Zeigen wir Haltung, zeigen wir uns auf der Straße!

NPD-Demo gegen Journalisten am 23. November in Hannover

Die NPD will am Sonnabend, 23. November, in Hannover gegen drei Journalisten demonstrieren, die seit Jahren im rechtsextremen Milieu recherchieren und darüber berichten. Betroffen sind neben dem NDR-Mitarbeiter Julian Feldman, der unter anderem für das NDR-Magazin "Panorama" arbeitet, auch David Janzen und André Aden.

Die NPD hat einen Aufmarsch mit mehreren hundert Teilnehmern angekündigt. Die Demoroute steht noch nicht fest, führt aber vermutlich durch die Südstadt in die Nähe des NDR-Funkhauses am Maschsee. Sieben Organisationen, unter anderem das Bündnis "Bunt statt braun", mobilisieren aktuell zu Gegenkundgebungen. "Zeigen wir Haltung, zeigen wir uns auf der Straße, wenn Rechtsradikale es wagen, Journalisten zu bedrohen und kritischen Journalismus infrage zu stellen", heißt es in dem Aufruf der hannoverschen "Omas gegen Rechts". Die Offene Gesellschaft Langenhagen schließt sich diesem Aufruf an und fordert zur Beteiligung an einer der Gegendemonstrationen auf.

Interessierte, die sich der Offenen Gesellschaft Langenhagen anschließen wollen, sind eingeladen, um 13.30 Uhr zum Geibelplatz in Hannovers Südstadt zu kommen. Die Aktiven der Offenen Gesellschaft sind an ihren Fahnen zu erkennen. Die Abschlusskundgebung findet um 15 Uhr auf dem Aegidientorplatz statt.

Das Vorgehen der NPD in Hannover gegen namentlich genannte Journalisten an ihrem Arbeitsort sei bundesweit einmalig und Teil einer neuen Einschüchterungsstrategie der rechten Szene, sagt der Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit.  Christiane Eickmann vom Deutschen Journalistenverband in Niedersachsen sieht mit dieser Entwicklung, beginnend bei den Lügenpresse-Rufen von Pegida über gezielte Angriffe auf einzelne Kollegen, einen neuen negativen Höhepunkt erreicht. 

"Hetze mit Namenslisten und Fotos. Neonazi-Demo gegen Journalisten" | taz.de vom 12.11.2019

"Aufruf: Schützt die Pressefreiheit" | Netzwerk Recherche vom 15.11.2019

"Ein sehr starker Versuch der Einschüchterung" | deutschlandfunk.de vom 18.11.2019

Solidarität mit den jüdischen Gemeinden

Hunderte stellen sich an die Seite jüdischer Menschen in Hannover

"Wo Juden angegriffen werden, sind wir alle bedroht." Mit diesen klaren Worten benannte Wolfgang Reinbold vom Rat der Religionen in Hannover das versuchte Attentat auf die Synagoge in Halle als das, was es war: ein Angriff auf die gesamte Gesellschaft. Erst treffe es jüdische Menschen, so Reinbold weiter, dann andere Gruppen, die nicht ins Weltbild völkischer Nationalisten passten.

Etwa 250 Menschen, unter ihnen auch Vertreter*innen der Offenen Gesellschaft Langenhagen, versammelten sich am Tag vor dem 9. November vor der Synagoge an der Haeckelstraße in Hannover, um ihre Solidarität mit den jüdischen Gemeinden zu zeigen. In der einbrechenden Dunkelheit erleuchteten sie den Platz vor dem Gemeindezentrum mit Kerzen und waren einfach vor Ort, bildeten einen symbolischen Ring der Solidarität um die hannoversche Synagoge. Klare Worte fanden hier auch der hannoversche Bürgermeister Thomas Hermann und Alina Fejgin, Leiterin des Sozialreferates der Jüdischen Gemeinde Hannover: "Wir freuen uns wirklich sehr, dass sie alle heute hier sind", so Fejgin.

Auch vor dem jüdischen Zentrum Chabad Lubawitsch im Stadtteil Kleefeld kamen zahlreiche Menschen zusammen; unter ihnen Belit Onay, Kandidat für das Amt des hannoverschen Oberbürgermeisters, und Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen. Caroline von Blanckenburg und Insa Becker-Wook von der Offenen Gesellschaft Langenhagen nutzten die Gelegenheit, mit Habeck über die Anliegen der Initiative ins Gespräch zu kommen.

Vor der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Leinhausen dankte Ingrid Wettberg, Vorsitzende der Gemeinde, allen Anwesenden: "Sie haben uns heute das Gefühl vermittelt, nicht allein gelassen zu sein."                                                     Foto: Jürgen Köhler

 

Noch offensivere Positionierung ist nötig

Intensiver Workshop der Offenen Gesellschaft Langenhagen

Stellen die vor zwei Jahren von uns formulierten „10 Thesen für eine offene Gesellschaft“ noch die inhaltliche Basis für unsere Arbeit dar? Bilden sie das ab, was wir aktuell tun, und an welchen Stellen wollen wir in den kommenden Monaten inhaltliche Schwerpunkte setzen? Was liegt mir persönlich im Rahmen des Engagements der Offenen Gesellschaft Langenhagen besonders am Herzen?

 

In einem vierstündigen Workshop diskutierten jetzt 13 Mitglieder der Offenen Gesellschaft Langenhagen intensiv über Inhalt und Form des Engagements der Initiative. Grundsätzlich, so ein vorläufiges Fazit der Diskussion, haben die 10 Thesen unverändert Gültigkeit; einzelne Inhalte aber sollten noch präziser formuliert oder erweitert werden. Eine kleine Arbeitsgruppe wird sich darum kümmern und dem Plenum Formulierungsvorschläge machen.

 

Weiter ging es während des Workshops, der in intensiver und gleichzeitig heiterer Arbeitsatmosphäre im Gemeindehaus der Elisabeth-Kirchengemeinde stattfand, um eine interaktive Form der Präsentation und um die Jahresplanung 2020. Bereits jetzt hat die Offene Gesellschaft Langenhagen für das kommende Jahr eine Reihe von Veranstaltungen ins Auge gefasst: das Offene Singen und Konzerte am Klavier, Lesung und Ausstellung, Beteiligung an überregionalen Aktionen, Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen, … Deutlich formuliert wurde auch der Willen, sich noch offensiver als bislang gegen die Themensetzung der AfD in der öffentlichen Diskussion zu positionieren.                                                                                                                                                               Foto: Erika Arbeiter

Hass im Internet schwächt unsere Demokratie

Neue Organisation HateAid bietet konkrete Hilfe an

Hass und Hetze im Internet sollen Menschen einschüchtern und sie mundtot machen. Die Folge: Unsere Demokratie erodiert, wenn sich Menschen nicht mehr trauen, öffentlich ihre Meinung zu sagen. Hass im Netz zu bekämpfen, heißt daher nicht nur, Freiheit für sich selbst zurückzuholen. Es heißt auch, ein Stück Meinungsfreiheit für andere und damit eine Stärkung unserer Demokratie zu erkämpfen.

Die im Dezember 2018 gegründete gemeinnützige Organisation „HateAid“ hilft Betroffenen von Hass im Netz: Neben Beratung und psychologischer Hilfe bieten IT-Spezialist*innen und Rechtsanwält*innen konkrete Unterstützung an; auch die Prozesskostenfinanzierung ist möglich. HateAid wurde von den Organisationen Campact und Fearless Democracy initiiert und zunächst in einer jetzt abgeschlossenen Testphase erprobt.

Bislang wurden rund 60 emotional stabilisierende Erstberatungen für Betroffene durchgeführt; etwa 55 Fälle werden aktuell zivilrechtlich verfolgt. So legte auch die Bundestagsabgeordnete Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) Anfang Oktober gemeinsam mit HateAid Beschwerde gegen eine Entscheidung des Landgerichts Berlin ein. Das Gericht hatte Künasts Klage gegen Facebook wegen zahlreicher massiver Beleidigungen im Netz abgelehnt. „Für mich ist klar: Auf diesem Niveau darf in unserem Land nicht diskutiert werden“, sagt dazu Dr. Jan Christian Sahl, Rechtsanwalt bei HateAid. „Wir erwarten jetzt ein Urteil, das den Kampf gegen Hass im Netz unterstützt und nicht behindert.“

HateAid unterstützt Betroffene unabhängig und überparteilich auf einem Feld, auf dem es bisher wenig Hilfe gab. Informationen und die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme gibt es auf www.hateaid.org.               Foto: Jan Vasek auf Pixabay

Langenhagen – gemeinsam und bunt

Mehr als 200 Menschen beim Brunch in der Elisabeth-Kirche

„Wann macht ihr so etwas wieder?“ Der große Brunch „#langenhagen.gemeinsam.bunt“ in der Elisabeth-Kirche war noch nicht vorüber, da tauchten schon erste Fragen nach einer Wiederholung auf. Mehr als 200 Menschen waren am Sonntagvormittag in die Langenhagener Kirche gekommen, um hier gemeinsam zu essen, miteinander zu reden und zu singen – an einem besonderen Ort.

Sie habe sich schon lange gewünscht, Menschen aus der Stadt zu einem gemeinsamen Essen in der Kirche zusammenzubringen, begrüßte Pastorin Bettina Praßler-Kröncke die Brunch-Gäste. Die zum 150. Kirchweihjubiläum leer geräumte Kirche biete dafür einen wunderbaren Rahmen. Als Mitveranstalterin hatte Praßler-Kröncke die Initiative „Offene Gesellschaft Langenhagen“ ins Boot geholt, die sich seit mehr als zwei Jahren in vielen öffentlichen Aktionen für den Zusammenhalt der Gesellschaft und gegen Ausgrenzung und Herabwürdigung von Menschen engagiert.                                                                                                                                                Foto: Andrea Hesse

30.000 gehen für Klimaschutz auf die Straße

Offene Gesellschaft Langenhagen beim Sternmarsch in Hannover

Weltweit gingen am 20. September, dem globalen Klimastreiktag, Hunderttausende für eine neue Klimapolitik und globale Klimagerechtigkeit auf die Straße. Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte im Vorfeld alle Langenhagener*innen aufgerufen, ebenfalls Flagge für eine veränderte Klimapolitik und Klimagesetzgebung zu zeigen und sich am großen Sternmarsch in Hannover zu beteiligen.

„Es ist so wichtig, dass wir immer mehr werden, immer weiter zeigen, dass wir keine andere Wahl haben, als für unsere Zukunft einzustehen“, hatten Vertreterinnen und Vertreter der hannoverschen Gruppe von Fridays for Future für den Sternmarsch geworben. Die Gruppe hatte explizit auch die mittlere und ältere Generation zur Unterstützung aufgerufen: „Jetzt heißt es endlich: Alle für’s Klima, alle auf die Straßen!“

Mit Freude stellten die Aktiven der Offenen Gesellschaft Langenhagen fest, dass sich einige Interessierte am Treffpunkt Lister Platz zu der Gruppe in den auffälligen T-Shirts mit dem Logo der Offenen Gesellschaft gesellten. Übereinstimmend stellte die Gruppe fest, dass die Forderung nach Klimagerechtigkeit sehr viel mit den Anliegen der Offenen Gesellschaft zu tun hat: In vielen Teilen der Erde verursacht der Klimawandel bereits tödliche Dürren, in anderen Weltteilen ebenso tödliche Überschwemmungen. Millionen von Menschen werden dadurch ihre Lebensgrundlage verlieren. Die Offene Gesellschaft engagiert sich für soziale Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen – das schließt die Bewahrung ihrer Lebensgrundlagen ein.

In Hannover formierten sich am Klimastreitag fünf eindrucksvolle Züge, die sich sternförmig zur Abschlusskundgebung auf dem Friederikenplatz bewegten - 30.000 Menschen beteiligten sich allein hier an der Demonstration.    Foto: Renate Siebler

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Tanzende Menschen auf dem Marktplatz

Kuelap del Perú trat vor einem begeisterten Publikum auf

Strahlender Sonnenschein, vielfältige Musik aus den peruanischen Anden und tanzende Menschen: Der Auftritt der Gruppe Kuelap del Perú veränderte den Langenhagener Marktplatz. Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte die Brüder Chavez aus Kuelap, einer früheren Andenfestung im Norden Perus, eingeladen; für großartigen Gesang sorgte die argentinische Sängerin Villafane.  "Wir kommen gerne wieder", stellten die Bandmitglieder am Ende ihres Konzerts zufrieden fest. Und auch die Besucherinnen und Besucher waren sich einig, einen besonderen Nachmittag erlebt zu haben.                                                     Mehr Bilder

Ode an die Freude - eine Hymne für Europa

Musikalischer Flashmob für Toleranz und Respekt

Die Politologin Johanna Gefäller hatte im Vorfeld der Europawahl das Gefühl, aktiv werden zu müssen: „Es geht um ein Europa, dessen Basis die Achtung der Menschenwürde, die Rechtstaatlichkeit, freiheitliches Denken und Handeln, Toleranz und Respekt sind, ein Europa, das tatkräftig und entschlossen Klima und Umwelt schützt“, sagt sie. Mit einem musikalischen Flashmob an der Marktkirche am Wochenende der Europawahl appellierte sie gemeinsam mit zahlreichen Instrumentalist*innen und Sänger*innen an Passantinnen und Passanten, diesen Gedanken zu unterstützen: So erklang Beethovens „Ode an die Freude“, das in der Instrumentalfassung seit 1985 offizielle Europahymne ist. Mit dabei auch Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft Langenhagen, die das Engagement für Europa gerne unterstützte.

„Ich will Europa stärken“

Hunderte feiern beim Europafest der Offenen Gesellschaft Langenhagen

„Musik, Theater, Sport und Spiel; dazu ganz viele Gespräche über Europa – die Mischung hat gestimmt.“ Susanne Wöbbekind von der Offenen Gesellschaft Langenhagen ist zufrieden: Obwohl das Wetter ruhig etwas sommerlicher hätte sein können, kamen ein paar hundert Langenhagener aller Generationen zum Europafest der Offenen Gesellschaft Langenhagen auf dem Marktplatz zusammen und ließen Europa und die Europäische Union hochleben. Die Knirpse vom KITA-Zirkel Langenhagen waren ebenso dabei wie die OMAS GEGEN RECHTS, die sich gegen den wachsenden Rechtspopulismus positionierten. Festbesucher Dr. Wolfgang Brörken sagte es so: „Ich bin hier, weil mir die gegenwärtige Entwicklung Sorge bereitet und ich Europa stärken will.“

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"Rechtspopulismus ist der Steigbügelhalter"

Wilfried Manneke berichtet von seinem Kampf gegen Rechtsextremisten

„Wir haben dieses Thema nicht aus freien Stücken gewählt“, sagt Pastor Wilfried Manneke. „Wir haben es hier vorgefunden und haben uns von einem Wort aus der Bibel leiten lassen: ‚Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.‘“ (Prediger 9, Vers 10)

Seit mehr als 20 Jahren tut Manneke in der Lüneburger Heide das, was ihm vor die Hände kommt: Gemeinsam mit vielen anderen bietet er Rechtsextremisten die Stirn, macht auf ihre Umtriebe aufmerksam und protestiert gegen ihre Aktivitäten. Jetzt war Manneke, der seit der Veröffentlichung seines Buches „Guter Hirte, braune Wölfe“ (Droemer Knaur) ein deutschlandweit gefragter Referent ist, mit einem Erfahrungsbericht in Langenhagen zu Gast. Gemeinsam eingeladen hatten ihn der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen, die Elisabeth-Kirchengemeinde und die Offene Gesellschaft Langenhagen.                                                     Foto: Andrea Hesse

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Das Klavier ist wieder da

Offene Gesellschaft eröffnet die Saison auf dem Marktplatz

Das Klavier ist wieder da: Mit dem Gospelchor Voices of Joy, Bernd Schneider an den Tasten und zahlreichen Gästen eröffnete die Offene Gesellschaft Langenhagen Anfang Mai die Sommersaison auf dem Langenhagener Marktplatz. Viele der Besucherinnen und Besucher, die gemeinsam bekannte Lieder anstimmten, waren dem Klavier auch im Winter treu geblieben und hatten kaum einen der Termine im CCL - dort hatte das Offene Klavier sein Winterquartier gefunden - versäumt. Organisatorin Renate Siebler von der Offenen Gesellschaft dankte der Werbegemeinschaft im Bestandsbau des City Centers für die Unterstützung, ebenso Bernd Wöbbekind, der das Klaiverhaus neu gestaltet hatte, und weiteren Helferinnen und Helfern. Die Gäst auf dem Marktplatz schlossen sich mit ihrem Gesang dem Dank an: "Die Gedanken sind frei" klang über den Platz, ebenso wie das sommerliche "Geh aus mein Herz".                                                                                                                              Foto: Andrea Hesse

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Internationaler Tag gegen Rassismus

Nur eine relativ kleine Gruppe von Menschen folgte jetzt dem Aufruf des Integrationsbeirates der Stadt Langenhagen zu einer Kundgebung anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus auf dem Marktplatz. „Mit Bedauern müssen wir feststellen, dass Menschen mit Migrationshintergrund immer größeren Anfeindungen ausgesetzt sind und dass Antisemitismus und Terrorismus immer stärker werden“, erklärte Erwin Eder, Vorsitzender des Integrationsbeirates. Mit der Veranstaltung solle signalisiert werden, dass diese Entwicklung nicht unwidersprochen hingenommen werde. Mehrere Aktive der Offenen Gesellschaft Langenhagen folgten dem Aufruf, zeigten vor Ort Präsenz und kamen im Anschluss an die Kundgebung mit Mitgliedern des Integrationsbeirates ins Gespräch.                                                                                                                       Foto: Georg Obermayr

 

"Ein Grund mehr, im Mai das Wahlrecht zu nutzen"

Gleichstellung von Frauen und Männern ist Thema am offenen Klavier

 „Haben Sie eine Idee, warum wir Ihnen heute eine Rose schenken möchten?“ Mit diesen Worten begrüßte Renate Siebler von der Offenen Gesellschaft Langenhagen jetzt zahlreiche Menschen zum gemeinsamen Singen am offenen Klavier im City Center Langenhagen. Am 8. März werde weltweit der internationale Frauentag gefeiert, erklärte sie; darüber hinaus gebe auch die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren Anlass, sich gemeinsam auf gesellschaftliche Entwicklungen zu besinnen.

In den vergangenen 100 Jahren habe sich in Sachen Gleichberechtigung viel getan, dennoch seien Frauen in den Parlamenten noch immer deutlich unterrepräsentiert. Und trotz der Erkenntnis, dass gemischtgeschlechtliche Teams unter anderem in der Wirtschaft die besten Ergebnisse erzielen, schreite die Entwicklung doch eher im Schildkrötentempo voran.

„Den rechtspopulistischen Parteien in Deutschland und überall auf der Welt scheint das aber immer noch viel zu schnell zu sein“, stellte Renate Siebler fest. „Sie werben offen für ein rückständiges Frauenbild und die Rückabwicklung zahlreicher Errungenschaften der Gleichberechtigung.“ So forderten sie die Beendigung „schädlicher, teurer, steuerfinanzierter Gesellschaftsexperimente, die der Abschaffung der natürlichen Geschlechterordnung dienen“, verlangten eine Verschärfung des Paragrafen 218 und vieles andere mehr, dass sich gegen das Recht auf Selbstbestimmung von Frauen richtet.

„Ein Zurückfallen ins vorige Jahrhundert, das sollen und werden Frauen sich nicht gefallen lassen. Es gibt viele gute Gründe, sich gegen Parteien zu entscheiden, die auf das Leid von Flüchtlingen mit Unmenschlichkeit reagieren, gegen Andersdenkende hetzen und von Demokratie, Gewaltenteilung und Meinungsfreiheit wenig halten“, erklärte Siebler und erntete für dieses Statement viel Applaus in den Reihen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

„Für alle, denen die Gleichstellung der Geschlechter und die Vielfalt der Lebensmodelle wichtig sind, ist das ein Grund mehr, bei der Europa-Wahl im Mai ihr Grundrecht wahrzunehmen, zur Wahl zu gehen und eine Partei zu wählen, die diese Interessen vertritt.“ Wie fatal sich ein Verzicht auf die Abgabe der eigenen Stimme auswirken könne, sei ja spätestens beim Brexit deutlich geworden.

Begeistert stimmten die Menschen rund ums offene Klavier und den Pianisten Bernd Schneider daraufhin in die gemeinsam gesungenen Lieder zu Frieden und Freiheit ein. Zur Freude der Besucherinnen und Besucher hatte die Werbegemeinschaft im Bestandsbau des CCL bequeme Stühle bereitgestellt, die gerne angenommen wurden. Foto: Caroline von Blanckenburg

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"Engagement vor Ort kann große Wirkung entfalten"

Christian Wulff wirbt für Demokratieerziehung

Sein politisches Engagement flog ihm nicht aus heiterem Himmel zu, sondern hatte seinen Ursprung im Elternhaus: „Mein Vater hat den Untergang der Weimarer Republik miterlebt und mir klar gemacht, wie wichtig es ist, sich zu engagieren“, erzählt Christian Wulff, früherer Niedersächsischer Ministerpräsident und Bundespräsident a. D. Angesichts dieser Karriere spielte es auch kaum eine Rolle, dass der Vater Sozialdemokrat war, während der Sohn in der CDU Ämter innehatte: „Es geht darum, sich in einer demokratischen Partei zu engagieren.“

Als prominenter Gast der Offenen Gesellschaft Langenhagen war Christian Wulff zu einem Interview ins City Center Langenhagen gekommen und stellte sich den Fragen von Caroline von Blanckenburg und Insa Becker-Wook. Natürlich sei das Engagement der Langenhagener Initiative vor Ort auf lokaler Ebene wichtig und habe das Potenzial, etwas zu bewegen, erklärte er auf Nachfrage: Im direkten Kontakt mit Menschen lasse sich viel bewegen – beim Gespräch in der Familie, mit Freunden oder eben im Rahmen von Veranstaltungen der Offenen Gesellschaft Langenhagen. Wenn sich nur zwei Menschen aus dem Publikum nach der Veranstaltung demokratisch aktiver verhielten als vorher, könne das bereits große Wirkung entfalten.

Als eine Ursache für die verbreitete Gleichgültigkeit oder Zustimmung gegenüber extremen Positionen bezeichnete Wulff die fehlende Demokratieerziehung in vielen Familien: „Kinder müssen lernen, dass die Demokratie ständig verteidigt werden muss.“ Demokratie sei die tollste Staatsform, die es gebe, allerdings auch die verletzlichste, wenn sie angegriffen werde.

Etwa 200 Menschen waren ins CCL gekommen, um Christian Wulff zu hören; aufmerksam und mit zustimmendem Applaus folgten sie seinen Worten. Begleitet von Benjamin Schramm am Klavier und Sänger Manuel Rogall stimmten sie gemeinsam mit dem Bundespräsidenten auch das mehr als 200 Jahre alte „Die Gedanken sind frei“ und die von Joan-Baez bekannt gemachte Bürgerechts-Hymne „We shall overcome“ an.

Die Aktiven der Offenen Gesellschaft Langenhagen dankten Christian Wulff für seine Unterstützung im Sinne einer offenen, demokratischen, gastfreundlichen und solidarischen Gesellschaft. Der Bundespräsident a. D. hatte, nachdem er vom Engagement der Langenhagener Initiative erfahren hatte, Unterstützung angeboten – mit seinem Auftritt im CCL löste er dieses Versprechen ein. „Eine richtig gute Veranstaltung“, lautete am Ende das Urteil vieler Gäste. Wulff habe authentisch, klar und motivierend gesprochen.                                                                                                                        Foto: Andrea Hesse

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Das offene Klavier hat eine echte Fangemeinde

Ein Rückblick auf die Saison 2018 auf dem Langenhagener Marktplatz

Es fing ganz einfach an: Eigentlich wollte eine Arbeitsgruppe der Initiative Offene Gesellschaft Langenhagen einen kleinen Film drehen, um auf die Initiative aufmerksam zu machen und auch jüngere Menschen zu erreichen. Plötzlich stand dann aber die Idee von einem offenen Klavier im Raum – und alle waren begeistert. Genau 105 Tage und viele Aktivitäten später wurde am 31. Mai 2018 die Eröffnung auf dem Langenhagener Marktplatz gefeiert – mit Matthias Brodowy und 250 begeisterten Gästen. Ein Film entstand dann auch noch:  Der achtminütige Film „Ein Klavier für Langenhagen“ der 19-jährigen Lea Siebler kann weiter unten auf dieser Seite aufgerufen werden. Und wie ging die Geschichte vom offenen Klavier dann weiter?                                                                                                                 Foto: Dirk Lange

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"Sie alle sollten bei uns mitmachen"

120 Menschen singen mit professioneller Begleitung am offenen Klavier

120 Menschen kamen am Freitag vor dem 3. Advent im CCL zusammen, um am offenen Klavier gemeinsam zu singen. "Tochter Zion", "Macht hoch die Tür", "Let it snow" und viele weitere bekannte Weihnachts- und Winterlieder erklangen, professionell begleitet von der Kantorei der Elisabeth-Kirche unter der Leitung von Arne Hallmann und dem Bläserensemble der Matthias-Claudius-Kirche unter der Leitung von Robert Klassen. Natürlich sei die Akustik nicht die einer Kirche gewesen, stellten die Musiker*innen nach dem Konzert fest - viel Spaß machte es ihnen dennoch. Mit Freude führte auch Caroline von Blanckenburg durch das Programm; stellte dabei Solistin Emma Löhlein, die Ensembles, ihre Leiter und die Aktiven der Offenen Gesellschaft Langenhagen vor.

Mit einem kurzen Blick zurück auf das Jahr 2018 eröffnete Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen den letzten Konzertnachmittag dieses Jahres. "Ihr habt den Marktplatz verändert", zitierte sie einen Langenhagener, der sich damit auf die verbindende Wirkung des offenen Klaviers während der Sommermonate bezog. Die Offene Gesellschaft Langenhagen freue sich auch sehr darüber, dass an vielen Orten in Deutschland Initiativen und Projekte entstanden sind, die sich mit Fantasie und Engagement für Demokratie und Zusammenhalt engagieren. "Ich finde, Sie alle sollten bei uns mitmachen und sich dafür einsetzen, dass wir die Demokratie und die Freiheit, die wir hier haben, auch behalten", appellierte Margaritha Hammann-Warda von der Offenen Gesellschaft Langenhagen an alle Besucher*innen im CCL.

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"Das Migrationsabkommen schafft Sicherheit"

Engagement, Fakten und viel Spaß auf dem Marktplatz

Foto: Caroline von Blanckenburg
Foto: Caroline von Blanckenburg

"Der Migrationspakt schafft Sicherheit für eine demokratische und offene Gesellschaft, weil er zum Ziel hat, internationale Wirtschaftsmigration zu verhindern, und wenn sie doch stattfindet, sie steuern zu können. Dazu braucht es den Austausch von Informationen, Erkenntnisse über die Identität der Migrantinnen und Migranten und ihre Qualifikationen über die Grenzen eines Landes hinaus. Das Abkommen klagt kein Menschenrecht auf Migration ein, wie manche meinen, sondern Menschenrechte für Migrantinnen und Migranten. Das Abkommen ruft auf zu einer faktensicheren Politik."

Mit diesen klaren, auf Fakten basierenden Sätzen beginnt ein Infopapier, das Mitglieder der Offenen Gesellschaft Langenhagen am Sonnabend auf dem Marktplatz verteilten. Innerhalb von drei Stunden erreichten sie mit diesem Papier 200 Menschen und führten viele Gespräche.

Wieviel Spaß gesellschaftspolitisches Engagement und der Einsatz für eine Offene Gesellschaft machen können, zeigte sich an diesem Tag auch: Mit schräg-schönem Eurpa-Zylinder, knallroter Knollennase und fliegenden Bällen zog Claus Duncker am Info-Stand der Offenen Gesellschaft viel Aufmerksamkeit auf das Anliegen der Gruppe. Gespräche mit Interessierten kamen so schnell in Gang - und am Ende gab es für den kleinen Sonnabend-Einkauf einer Aktiven am benachbarten Stand sogar Rabatt. "Einfach toll, was ihr da macht", begründete der Standbetreiber seine nette Geste. "So kann ich euch wenigstens ein bisschen unterstützen." 

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Zusammenhalt durch Musik

Internationale Band spielte im "Emma" für die Offene Gesellschaft

Foto: Andrea Hesse
Foto: Andrea Hesse

Die Kulisse war ideal: Im alten Langenhagener Bahnhof, dort, wo früher Menschen ankamen und fort fuhren, spielte die Band „Sound of Hope“ jetzt ein mehr als zweistündiges Konzert im Restaurant Emma. In dem zehnköpfigen Ensemble um Albrecht von Blanckenburg machen Menschen aus dem kleinen Ort Bantorf bei Barsinghausen gemeinsam mit Geflüchteten aus verschiedenen Nationen Musik – von uralten kurdischen Liebes- und Klageliedern über selbst geschriebene aktuelle Songs bis hin zu Rock’n’Roll-Klassikern. Die Band versteht sich als Botschafterin für Frieden, Zusammenhalt und Freude am Leben und ihr Repertoire spiegelt genau dieses Anliegen wider. Die rund 80 Gäste im Emma sparten nicht mit Applaus und ließen sich auch gerne zum Mittanzen bewegen.

Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft Langenhagen stellte in Kurz-Interviews die Musikerinnen und Musiker vor; dabei wurde immer wieder deutlich, welch großen Zusammenhalt die Musik schafft. Musikalisch sei das nicht ganz einfach für sie, berichtete die Pastorin aus einem Dorf am Deister, die bei Sound of Hope die Violine spielt. Schließlich habe sie eine klassische Geigenausbildung erhalten, orientalische Musik bedeute da eine echte Herausforderung. Dennoch: „Das gemeinsame Proben verschafft mir einen neuen Zugang zu meinem Instrument, das ich lange Zeit gar nicht gespielt hatte.“ Dilyar Shexu, ein bekannter kurdischer Musiker und Komponist, erzählte davon, wie er sein Instrument, die Saz, auf der Flucht aus dem syrischen Kobane nach Deutschland retten konnte – im Zusammenspiel mit den Tablas des aus Afghanistan stammenden Musikers Ismael Tajik, dem Leadgesang des kurdischen Sängers Hesham, den klaren Stimmen von Silvia Hoppe und Renate Hachmeister und dem treibenden Schlagzeug des erst 15-jährigen Nick Weber entstand eine Musik, die Hoffnung, Trauer und Lebensfreude zugleich transportierte.

Ulrike Jagau von der Offenen Gesellschaft Langenhagen informierte das Publikum über Fakten rund um das Thema Flüchtlinge. „Im Jahr 2018 ist die Zahl der Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, stark zurückgegangen“, stellte sie fest. Auch vor diesem Hintergrund sei es unredlich, populistische Stimmungsmache zu betreiben, wie es insbesondere die AfD tue, und nicht bei den Fakten zu bleiben. „Wir von der Offenen Gesellschaft Langenhagen kümmern uns einfach darum, mit Gleichgesinnten hier vor Ort etwas in die andere Richtung zu bewegen“, erklärte Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen. „Wir schaffen Zusammenhalt, singen gemeinsam gegen Ausgrenzung und streiten für eine demokratische, gastfreundliche und solidarische Gesellschaft.“

Ingo Welt, Chef im Restaurant Emma, stellte sich mit seinem Team hinter dieses Engagement und machte so einen besonderen Abend in der tollen Kulisse des alten Bahnhofs möglich.

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Sound of Hope: "Afrin"

Sound of Hope: "Bir Nahta Seßtan"

Gemeinsam etwas in die andere Richtung bewegen

Unterstützung durch Lions und CCL-Werbegemeinschaft

Ein willkommenes Geschenk: Caroline von Blanckenburg dankt Bernd Vogel (von links), Alexander Machill und Stefan Bause von den Lions. Foto: Dirk Lange
Ein willkommenes Geschenk: Caroline von Blanckenburg dankt Bernd Vogel (von links), Alexander Machill und Stefan Bause von den Lions. Foto: Dirk Lange

"Wir wollen uns aktiv einsetzen für unsere offene, demokratische, gastfreundliche und fest in Europa verankerte Gesellschaft – sie ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes, glückliches Leben." Mit diesen Worte begrüßte Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen Anfang November mehr als 100 Menschen am Klavier im CCL.  "Wir engagieren uns gegen den zunehmenden Nationalismus in Deutschland und in Europa, gegen wachsenden Anti-Feminismus, gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Wir verfolgen das Auftreten der AfD als Sprachrohr des Rassismus in Stadträten, Landesparlamenten und auf Bundesebene – und wir kümmern uns einfach darum, mit Gleichgesinnten hier vor Ort etwas in die andere Richtung zu bewegen." Passend zu dieser Kurzvorstellung hatten die Menschen rund ums Klavier zuvor das traditionsreiche "Die Gedanken sind frei" gesungen.

Caroline von Blanckenburg begrüßte dann Stefan Bause, Alexander Machill und Bernd Vogel vom Vorstand des Lions Clubs Langenhagen. Sie überbrachten der Offenen Gesellschaft Langenhagen ein besonderes Geschenk: Mehr als 30 Liederbücher mit vielen internationalen Melodien und Texten. "Gerne unterstützen wir die Anliegen der Offenen Gesellschaft", sagte Past-Präsident Alexander Machill. Wie hochwillkommen die Spende im Kreis der Menschen ums Klavier war, zeigte sich schnell: Etwa eine Stunde lang sangen sie zur Begleitung durch Bernd Schneider Lieder aus den neuen Büchern.

Ein dickes Dankeschön gab es auch für Thorsten Schirmer vom Vorstand der Werbegemeinschaft im Bestandsbau des CCL: Die Kaufleute unterstützen die Idee der verbindenden Veranstaltungen am Klavier, indem sie während der Wintermonate ihre Veranstaltungsfläche im Obergeschoss und einen Abstellraum für das Instrument zur Verfügung stellen.

"Die Veranstaltungsqualität im CCL gewinnt durch dieses Engagement", sagte Thorsten Schirmer an die Offene Gesellschaft Langenhagen gerichtet. "Schließlich vermittelt das gemeinsame Singen Zuversicht und Tatkraft."  

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"Aufstand der solidarischen Gesellschaft"

#unteilbar: Mehr als 240.000 waren dabei

Die Demonstration am 13. Oktober in Berlin, zu der unter dem Titel "#unteilbar" mobilisiert wurde, hat alle Erwartungen übertroffen: "Wir haben gemeinsam gezeigt: Die solidarische Gesellschaft, sie ist da, sie zeigt sich – und das in aller Vielfalt", freuten sich die VeranstalterInnen, nachdem klar war, dass mehr als 240.000 Menschen dem Aufruf gefolgt waren. "Alle 242.000 Menschen, die auf der Straße waren, und viele mehr haben verstanden, was gesellschaftlich auf dem Spiel steht, wenn Sozialstaat, Flucht und Migration weiterhin gegeneinander ausgespielt werden. Wir wissen, dass die weitere Einschränkung von Grund- und Freiheitsrechten, die permanenten Angriffe auf die Humanität, auf Menschenrechte und Religionsfreiheit Angriffe auf uns alle sind.So, wie es ist, kann und darf es nicht bleiben! Gemeinsam wollen wir einen Aufstand der solidarischen Gesellschaft wagen!"

Foto: Andi Weiland, https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

Tagesschau-Beitrag vom 13.10.2018

"Wir profitieren enorm von Einwanderung"

Eine musikalische Schiffsreise mit der Pianistin Assia Livchina

"Wir sind ein Land der Vielfalt und wollen es bleiben. Schauen Sie sich an, wer für Deutschland jüngst Medaillen bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin gewonnen hat: Shanice Craft, Lisa-Marie Kwayie, Tatjana Pinto, Mateusz Przybylko, Maleika Mihambo. Helene Fischer hieß bei ihrer Geburt Jelena Petrowna Fischer." Mit diesen Worten zitierte Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft Langenhagen jetzt den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff.  Sie eröffnete damit das erste Konzert am Offenen Klavier im City Center Langenhagen, in dem das Instrument sein Winterquartier gefunden hat.

"Wir profitieren enorm von Einwanderung. Das müssen wir immer wieder sagen: in der Familie, im Freundeskreis, aber auch in der Politik. Das kann auch heißen dagegenzuhalten, wenn einer einen Spruch klopft, gerade in den sozialen Netzwerken", zitierte von Blanckenburg weiter aus einem Interview der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung mit Christian Wulff (zum Interview). "Die Nazis haben die Volksempfänger für sich genutzt, die Rassisten heute bedienen sich der sozialen Netzwerke."

Tatsächlich passte die Anmoderation an diesem Tag in besonderer Weise: Am Klavier saß die in Moskau geborene Pianistin Assia Livchina, die ihr Musikstudium in Moskau begann und es mit dem Abschluss im Fach Klavier an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover beendete. Heute lebt sie in der Region Hannover, ist selbst an dieser Hochschule tätig und vielen Menschen durch ihre Auftritte bekannt.

Am Offenen Klavier lud sie ihr Publikum zu einer musikalischen Schiffsreise ein: Beginnend in den USA spannte sie den musikalischen Bogen über Brasilien und Argentinien bis nach Spanien, Italien und Deutschland. Viel Applaus gab es nach einer guten Stunde für ein beschwingtes, abwechslungsreiches Konzertprogramm im CCL.

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Ferrari Küsschen: ein Zeichen für den Zusammenhalt

„Wo steht das Klavier?“ Ein Programm mit diesem Titel spielte das A-Cappella-Ensemble Ferrari Küsschen jetzt am Offenen Klavier. Die fünf stimmgewaltigen Mitglieder des Ensembles schafften es auch ohne Verstärkeranlage, die rund 100 Besucherinnen und Besucher zu begeistern: "Schön schräg, total witzig und stimmgewaltig", lautete am Ende das Urteil des Publikums.

"Wir möchte eine Gelegenheit schaffen, miteinander in Kontakt zu kommen und schöne Erlebnisse miteinander zu teilen - egal, welche Nationalität Sie haben, ob Sie arm oder reich, jung oder alt sind", hatte Renate Siebler von der Offenen Gesellschaft die Zuhörerinnen und Zuhörer begrüßt. "Wir wollen damit dem Hass und der Ausgrenzung rechtspopulistischer Strömungen ein positives Zeichen entgegensetzen. Wir sind nicht der Meinung, dass alle Probleme gelöst wären, wenn alle Geflüchteten Deutschland verlassen würden. Oder glauben Sie, dass die Rente dann plötzlich sicher ist, die Armut verschwunden, der Fachkräftemangel behoben, der Wohnraum bezahlbar, der Pflegenotstand aufgelöst? Oder würden dann andere Sündenböcke für diese Probleme verantwortlich gemacht? Vielleicht Homosexuelle, Feministinnen, Menschen mit Behinderungen, Andersdenkende?

Unsere Gesellschaft braucht wieder mehr Zusammenhalt, mehr Miteinander, mehr aufeinander Zugehen, kleine Lichtblicke, die Freude bringen. Diese Freude will uns heute das A-CapellaEnsemble Ferrari Küsschen bereiten, das die Ziele der offenen Gesellschaft unterstützt."

 

Aufstehen gegen rechte Hetze!

Mitglieder der Offenen Gesellschaft Langenhagen folgten am 3. September dem Aufruf des Bündnisses "bunt statt braun": Sie nahmen an der Kundgebung auf dem Friedensweg vom Maschsee-Nordufer zum Mahnmal Aegidienkirche teil. In Solidarität mit den Menschen in Chemnitz, die für Menschlichkeit und Demokratie und gegen Hass und Ausgrenzung auf die Straße gingen, fand die Kundgebung zeitgleich mit dem Chemnitzer Konzert "Wir sind mehr" statt. Rund 4.000 Menschen aus Hannover und dem Umland bildeten friedlich und mit fantasievollen Slogans ausgestattet einen langen Zug - als die ersten bereits an der Aegidienkirche eintrafen, hatten die letzten den Startpunkt am Maschsee noch gar nicht verlassen.

"Wir sind hier richtig viele Menschen, das ist ein schönes Signal", freuten sich die Langenhagener über die große Zahl an Menschen, die gegen rechte Hetze auf die Straße gingen. Ein bisschen Überraschung schwang dabei mit: In den Ankündigungen für die Kundgebung war vorab zu lesen gewesen, dass die Veranstalter mit 60 bis 100 TeilnehmerInnen rechneten. Schön, dass die tatsächliche Zahl um soviel größer war - Hannover (und Langenhagen!) lassen sich nicht lumpen, wenn es darum geht, Gesicht gegen Pegida, AfD und Konsorten zu zeigen.

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Eliza-Singers unterstützen die Offene Gesellschaft

Zur Feier ihres 50-jährigen Jubiläums kamen die Eliza-Singers aus der Elisabeth-Kirchengemeinde jetzt zu einer Art Vorpremiere zum offenen Klavier auf dem Langenhagener Marktplatz: Aus dem Programm ihres Jubiläumskonzertes, das sie am 15. September im Theatersaal Langenhagen präsentieren, erklangen Gospels, Pop- und Jazz-Melodien. Mehr als 100 Gäste kamen ganz gezielt zu  diesem Konzert oder reihten sich ins Publikum ein, weil sie von den Klängen, die bei spätsommerlichem Wetter über den Marktplatz wehten, angezogen wurden. Chorleiterin Dörte Wehner begleitete die etwa 20 Sängerinnen und Sänger am Klavier und baute schnell Kontakt zum Publikum auf - sehr gerne unterstütze der Chor den Einsatz der Offenen Gesellschaft Langenhagen, betonte sie. Begeisterter Applaus war am Ende der Dank für ein besonderes Konzert.

In ihrer Begrüßung ging Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen anhand eines persönlichen Erlebnisses auf die Ziele der Initiative ein: "Es ist wichtig, dass wir einander in unserem Engagement für eine offene, gastfreundliche und solidarische Gesellschaft stärken und nicht wegsehen, wenn diese Grundwerte in Frage gestellt werden." Wichtig sei es aber auch, die Gemeinschaft zu genießen und zu feiern - das Konzert der Eliza-Singers bot dazu einen wunderbaren Anlass.

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"Ein offenes Klavier für Langenhagen"

Überraschungsgäste am Klavier

Trotz der Ferienzeit kamen Anfang August etwa 50 Menschen auf dem Langenhagener Marktplatz zusammen, um gemeinsam am offenen Klavier zu singen. Begleitet von Bernd Schneider stimmten sie unter anderem das Lied von den Moorsoldaten, Geh aus mein Herz und die Geschichte der rasenden Affen an.

Applaus erhielt auch eine siebenjährige Pianistin, die sich mutig vor großem Publikum ans Klavier setzte, mehrere Stücke spielte und sich anschließend gekonnt verneigte. Und der Abend war mit dem Abschluss des gemeinsamen Singens noch lange nicht beendet: Ein junger Pianist ließ sich an den Tasten nieder und füllte den abendlichen Marktplatz mit Musik, anschließend fand sich noch eine dreiköpfige Band ein, die ihren Pianisten mit Cajon und Gitarre begleitete. "Wir kommen wieder", versprachen sie gegen 20 Uhr, als Georg Obermayr von der Offenen Gesellschaft Langenhagen schließlich das Klavierhaus abschloss.

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Eine seltene, wunderbare Gelegenheit

Das Wünschen war erlaubt beim ersten Offenen Singen am Klavier auf dem Markplatz: „Auf der Lauer, auf der Mauer“ wünschten sich die Kinder, Udo Jürgens‘ nicht ganz einfachen Song „Ein ehrenwertes Haus“ die Älteren. Bernd Schneider begleitete die etwa 70 Gäste, die an diesem Freitagnachmittag gekommen waren, flexibel und gekonnt am Klavier, strahlender Sonnenschein sorgte für eine heitere Atmosphäre. „Es gibt nur selten Gelegenheit, gemeinsam zu singen – dieses Angebot hier auf dem Marktplatz ist einfach wunderbar“, freute sich eine Langenhagenerin über die Möglichkeit, spontan in einem 70-köpfigen Chor mitzusingen.
Dirk Lange von der Offenen Gesellschaft Langenhagen hatte zum Auftakt alle Gäste begrüßt und sie über die Ziele der Offenen Gesellschaft Langenhagen informiert. Sobald dann die ersten Lieder erklangen, richteten die Gäste der umliegenden Cafés ihre Stühle aus, um gut hören und sehen zu können; Menschen, die über den Marktplatz bummelten, reihten sich in den Chor ein. „Wir freuen uns sehr über diese großartige Resonanz“, stellten Caroline von Blanckenburg und Renate Siebler von der Offenen Gesellschaft Langenhagen zum Abschluss dieses besonderen Nachmittags fest. 

Das Offene Singen am Klavier auf dem Marktplatz ist für jeden ersten Freitag im Monat um 17 Uhr geplant. Nächster Termin ist der 3. August.

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Ein Wohnzimmerkonzert mitten auf dem Markt

Der Pianist, Keyboarder und Songwriter Daniel Schunn aus Sehnde liebt die kleinen Formate – Wohnzimmerkonzerte und das Experimentieren mit verschiedenen Musikinstrumenten und Klängen. Als Pianist und Keyboarder spielte er bereits mit so bekanten Musiker*innen wie Gregor Meyle, Felicitas Woll, Hamid Baroudi, Katja Friedenberg (Voice of Germany) und Njeri Weth zusammen, nun kam er zu einem Konzert am offenen Klavier auf den Langenhagener Marktplatz.

"Daniel möchte mit seinem Auftritt hier bei uns die Ziele der Offenen Gesellschaft Langenhagen unterstützen - er ist überzeugt davon, dass sie wichtig sind", erklärte Caroline von Blanckenburg in ihrer Begrüßung zu Konzertbeginn und erläuterte den etwa 50 Konzertgästen die 10 Thesen, in denen diese Ziele formuliert sind. Daniel Schunn tat anschließend das, was er so wunderbar kann: Er spielte ein "Wohnzimmerkonzert" mitten auf dem Marktplatz, verwob seine selbst komponierten Stücke mit Erzählungen zu ihrer Entstehungsgeschichte, füllte den sonnigen Abend mit Meeresrauschen und rollendem Donner und fand im Publikum Mitspieler*innen, die mit Freude und Sachverstand verschiedene Musikinstrumente bedienten.

Mit einem gemeinsam gesungenen "Geh aus, mein Herz" beendeten Pianist und Publikum nach mehr als einer Stunde einen besonderen Konzertabend.

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250 Menschen feiern das offene Klavier

Langenhagen hat jetzt ein offenes Klavier: Rund 250 Menschen feierten die Einweihung des Instruments auf dem Marktplatz mit einem fröhlichen Fest. „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“, zitierte Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen E.T.A. Hoffmann, einen Schriftsteller und Komponisten der Romantik. „Gemeinsam musizieren, singen, tanzen oder einfach nur zuhören und dabei sein hilft uns, scheinbar Trennendes zu überwinden.“

 

 

Der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy knüpfte daran an und erzählte von ganz besonderen Erfahrungen, die er dank der Musik machen konnte. Großen Applaus gab es für sein Langenhagen-Lied, das wie gemacht war für diesen heiteren, sonnigen Abend an Langenhagens neuem Klavier. Zum Dank überreichte ihm Renate Siebler von der offenen Gesellschaft einen kleinen Flügel, gestaltet in den gleichen Farben wie das große Klavier, das ab sofort seinen Standort in einem wetterfesten Haus auf dem Marktplatz hat. Ein liebevoll gestaltetes Klavier gab es auch für Roman Sickau, Mitarbeiter der Langenhagener Verwaltung, der das Projekt mit großem Engagement unterstützt hatte.

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AG Film entwickelt konkrete Ideen

 Wie lassen sich die Ideen der Offenen Gesellschaft Langenhagen filmisch umsetzen? An welchen Orten kann gedreht werden? Und wie lassen sich Geschichten erzählen, die zeigen, welchen Wert unsere offene Gesellschaft für das tägliche Leben hat?

Innerhalb der Initiative Offene Gesellschaft Langenhagen hat eine Arbeitsgruppe Film damit begonnen, konkrete Ideen umzusetzen. Wichtig ist es den Aktiven dabei, konkrete Anknüpfungspunkte in Langenhagen herzustellen: vertraute Orte, Menschen aus der Stadt, Möglichkeiten der Beteiligung werden diskutiert. In den kommenden Monaten sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden.

 

Initiative plant verschiedene Veranstaltungen

Die Offene Gesellschaft Langenhagen hat sich mit einem Workshop auf die Arbeit im Jahr 2018 eingestimmt: An einem Sonnabend im Januar sammelten 15 Aktive der Langenhagener Initiative zunächst Ideen für Veranstaltungen und Aktionsformen in den kommenden Monaten. In der daran anschließenden intensiven Diskussion kristallisierte sich das Thema „erlebbare Demokratie“ als grundlegend heraus: „Wir möchten Veranstaltungsformate entwickeln, die die Demokratie als Basis für gesellschaftliches und persönliches Glück erlebbar machen“, sagt Andrea Hesse, eine der Initiatorinnen der Gruppe. Unter anderem in kurzen Filmclips, die an bekannten Langenhagener Orten gedreht werden, soll diese Perspektive umgesetzt werden. Darüber hinaus möchte die Initiative in den kommenden Monaten mit Lesungen, Diskussionen, Vorträgen und Nachbarschaftsaktionen auf ihre Anliegen aufmerksam machen.

 

10 Thesen für eine offene Gesellschaft

1. Eine offene Gesellschaft lebt von einer Politik ohne Vereinfachung und Angstmacherei.

 2. In einer offenen Gesellschaft überwinden wir Ängste und Besorgnisse durch Wertschätzung und Integration und nicht durch Ausgrenzung und Herabwürdigung anderer.

3. Wir verteidigen die Demokratie, weil sie als einzige Staatsform einer offenen Gesellschaft angemessen ist und diese kritisch und selbstbestimmt weiterentwickelt.

4. Eine offene Gesellschaft bewältigt die große Aufgabe der Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern ohne Hysterie und Fremdenfeindschaft.

5. In einer offenen Gesellschaft entziehen sich die politischen und wirtschaftlichen Eliten nicht der Verantwortung für Gesellschaft und Demokratie, sondern engagieren sich für das Gemeinwohl.

6. Hass und Verrohung der Sprache zerstören die Demokratie und die offene Gesellschaft. Wir kämpfen für die Freiheit von Gedanken, Presse und Wissenschaft.

7. Wir streiten für ein demokratisches, gastfreundliches und solidarisches Europa, in dem allein sich unsere Gesellschaft offen und frei entfalten kann.

8. Eine offene Gesellschaft wird getragen von ehrenamtlicher Tätigkeit. Wir unterstützen ohne Einschränkung den Einsatz für das Gemeinwesen, weil dies das Gegenteil von Hass, Gleichgültigkeit und Ausgrenzung ist.

9. Rechtsstaat, Demokratie und offene Gesellschaft bedürfen des Engagements und der Verteidigung. Wir wollen der Mehrheit in diesem Lande ein Gesicht geben und das Erstarken rechtspopulistischer Gruppierungen verhindern.

10. Demokratie und offene Gesellschaft beginnen vor Ort. Deshalb streiten wir auf lokaler Ebene für mehr Teilhabe, Gerechtigkeit und die Anerkennung all derer, die diese Gesellschaft zusammenhalten.

 

Offene Gesellschaft Langenhagen im August 2017

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