"Das war eine echte One-Man-Show!"

Das Offene Klavier steht jetzt frostfrei und trocken im CCL

Wie in den vergangenen Jahren auch, wurde das Offene Klavier vom Markplatz zu Beginn dieses Winters wieder in einen gut temperierten Raum im CCL gerollt. Doch wenig später kam die Mitteilung der CCL-Verwaltung, dass dieser Raum anderweitig benötigt würde. Zu unserer großen Freude bot uns die Gemeinschaft der Geschäftsleute im „alten“ CCL jedoch einen anderen Raum an – herzlichen Dank dafür!

Bei der Raumbesichtigung wurde schnell klar, dass unser Klavier mit seinem breiten Podest nicht durch die Tür passte – da fehlten immerhin 30 Zentimeter. Jetzt war guter Rat teuer und einige Mitglieder der Offenen Gesellschaft Langenhagen machten sich die unterschiedlichsten Gedanken. Ganz im Stillen nahm sich währenddessen Wilhelm Hakmann aus der Klaviergruppe der Schache an.

„Er hat Pläne gemacht und sie in einer echten One-Man-Show dann auch gleich umgesetzt“, erzählt Georg Obermayr, ebenfalls aus der Klaviergruppe der Offenen Gesellschaft. „Da kann man nur den Hut ziehen!“ Wilhelm Hakmann baute das Podest so um, dass es sich jetzt zusammenklappen lässt; dabei vergaß er auch nicht den veränderten Schwerpunkt des Klaviers. „Er nahm genaue Berechnungen vor, die dazu führten, dass jetzt acht anstelle von vier stabilen Rollen das Gleichgewicht halten und zusätzliche Verstrebungen für die erforderlichen Stabilität sorgen – wirklich ein Meisterwerk“, ist Georg Obermayr begeistert. Die Sitzbank bekam auch eine neue Befestigung, sodass sie sich jetzt problemlos lösen lässt, wenn es erforderlich ist, das Podest umzuklappen. Auch Klavierstimmer Holger Nullmeyer, der sich regelmäßig um das Offene Klavier vom Langenhagener Marktplatz kümmert, war von dieser Lösung begeistert. 

Und schließlich gab es auch noch ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Offene Gesellschaft Langenhagen: Bei der Nachfrage nach den entstandenen Kosten, ganz zu schweigen von den Arbeitsstunden, sagte Wilhelm Hakmann schlicht, die Arbeit hätte ihm viel Spaß gemacht. Ganz herzlichen Dank, Wilhelm!

 

Ab Januar soll es wieder ein regelmäßiges offenes Singen im CCL geben, wie gewohnt am letzten Freitag im Monat um 17 Uhr. Interessierte können sich schon einmal den 27. Januar vormerken.                           Foto: Georg Obermayr

 

Engere Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung

Die Offene Gesellschaft Langenhagen und die Bürgerstiftung Langenhagen werden zukünftig noch enger zusammenarbeiten: Um im Sinne zivilgesellschaftlichen Engagements etwas für die Menschen in der Stadt zu tun, haben Aktive der Offenen Gesellschaft jetzt konkrete Aufgaben in der Bürgerstiftung übernommen. Falk Wook wurde Anfang November zum Präsidenten der Stiftung gewählt, Insa Becker-Wook und Andrea Hesse wurden zu Mitgliedern des Stifter*innenrates ernannt. Zur „Kontaktgruppe“, die die Projektzusammenarbeit von Offener Gesellschaft und Bürgerstiftung koordiniert und begleitet, gehören Renate Siebler, Georg Obermayr, Jürgen Köhler und Andrea Hesse. Bereits seit 2019 ist die Offene Gesellschaft Langenhagen eine Unterstiftung der Bürgerstiftung.

 

Olaf Krause (vorne von links, bisher Vorsitzender des Stifter*innenrates), Jürgen Köhler, Falk Wook, Claus Holtmann (hinten von links, bisher Präsident der Bürgerstiftung), Georg Obermayr, Insa Becker-Wook, Renate Siebler und Andrea Hesse.

Foto: Stefan Polzer

 

Die erste Regenbogenbank steht am Kirchplatz

In Langenhagen gibt es die erste Regenbogenbank im öffentlichen Raum: In dieser Woche übergaben Vertreter*innen der Offenen Gesellschaft Langenhagen die leuchtend bunte Bank an die Elisabeth-Kirchengemeinde – als Dank dafür, dass die Initiative schon seit fünf Jahren ihren Sitz am Kirchplatz hat und die Gemeinderäume nutzen darf.

„Die Bank passt zu unserem aktuellen Projekt ‚Wir in Langenhagen machen mit: Mit Respekt!‘“, erklärte Renate Siebler von der Offenen Gesellschaft bei der Übergabe der Bank. „Wir wollen damit auf die bedrückende Entwicklung des öffentlichen Umgangs miteinander reagieren: den zunehmend rauen Ton, die Geringschätzung und Demütigung Andersdenkender bis hin zu körperlichen Angriffen, die massiven Aufrufe zu Hass und Hetze in den sozialen Medien. Dies betrifft auch die queere Community: 2021 gab es bundesweit etwa 1.000 gemeldete queerfeindliche Gewalttaten, die Dunkelziffer dürfte sehr viel höher liegen.“

Mit der Elisabeth-Kirchengemeinde beteiligen sich mittlerweile 20 Langenhagener Vereine, Verbände und Institutionen am Projekt „Mit Respekt!“. Die sechs Regenbogenfarben, in denen Mitglieder der Offenen Gesellschaft die massive Holzbank aus regionaler Erzeugung vor der Übergabe lackiert hatten, symbolisieren das, worauf auch eine Plakette an der Rückenlehne hinweist: einen Platz für Vielfalt und Respekt.

Ermöglicht wurde das Projekt Regenbogenbank durch Fördermittel des Niedersächsischen Sozialministeriums und einen Eigenbeitrag der Offenen Gesellschaft Langenhagen. Einen Dank richtete Renate Siebler auch an den Verein „EinzigArtig“, der in der Wedemark bereits mehr als 20 Regenbogenbänke aufstellte und damit das Vorbild für Langenhagen lieferte; an die Firma Holzland Stoellger, die beim Erwerb der Bank unterstützte, und an den Malermeisterbetrieb Wöbbekind, der für die richtigen Farben sorgte.

Die Offene Gesellschaft hofft, dass es auch in Langenhagen bald viele Regenbogenbänke gibt, die queeren und allen anderen Menschen, die sich hier niederlassen wollen, ein Willkommensgefühl vermittelt. Interessierte können sich per Mail an denkwerkstatt-offene-gesellschaft@web.de an die Offene Gesellschaft wenden und für einen Kostenbeitrag von 350 Euro eine Regenbogenbank erstehen.                                                                Fotos: Oliver Krebs, Andrea Hesse, Jürgen Köhler 

 

Das Offene Klavier ist ins Winterlager umgezogen

Zunehmende Corona-Infektionen: offenes Singen muss abgesagt werden

Mehr als 40 Menschen kamen jetzt zum letzten Mal in dieser Sommersaison auf dem Langenhagener Marktplatz zusammen, um am Offenen Klavier gemeinsam zu singen. Begleitet von Bernd Schneider an den Tasten und Gabriela Kasten als "Lead-Sängerin" stimmten sie Klassiker wie "Die Gedanken sind frei", Volkslieder wie das Lied vom Kuckuck und Schlager wie den von der roten Sonne über Capri an. 

Die Klavier-Gruppe der Offenen Gesellschaft bedankte sich herzliche für die Treue vieler Sänger:innen und für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Langenhagen. Ein Dank geht auch an die Geschäftsleute im Bestandsbau des CCL: Hier hat das Klavier wieder sein Winterquartier gefunden. 

Leider musste jetzt jedoch das geplante offene Singen im CCL bis auf Weiteres abgesagt werden: "Wir können es nicht verantworten, vor dem Hintergrund zunehmender Corona-Infektionen Menschen zum gemeinsamen Singen einzuladen", sagt Georg Obermayr von der Offenen Gesellschaft. Er bedauert diesen Schritt sehr, hält ihn jedoch für notwendig, um die Besucher:innen der Gemeinschaftsaktion nicht zu gefährden.                                                           Foto: Georg Obermayr

 

„Wir brauchen solche Orte der Begegnung“

Eindrücke vom "Tag der offenen Gesellschaft" im Rathaushof

Von heiter bis Tränen in den Augen war an diesem Vormittag alles dabei: Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte unter der Überschrift „Wir machen Platz füreinander!“ geflüchtete Menschen und ihre Gastgeber*innen zum Brunch in den Rathaushof eingeladen. Gäste aus der Ukraine nutzten die Gelegenheit, miteinander zu reden und zu essen und von ihrer aktuellen Situation zu erzählen – vom dringenden Wunsch, in die Heimat und zu den geliebten Menschen zurückzukehren, bis zur Dankbarkeit dafür, nach großer Not in Langenhagen freundlich aufgenommen worden zu sein.

Begrüßt wurden die Gäste unter anderem vom Vorsitzenden des Integrationsbeirates der Stadt Langenhagen, Erwin Eder. Oksana Janzen vom Ukrainischen Verein Niedersachsen wies darauf hin, dass es so wichtig sei, weiterhin zu unterstützen und dankte für die große Hilfsbereitschaft bisher. Es folgte ein Interview mit Frau Seeska und ihren ukrainischen Gästen, dem die Menschen im Rathaushof interessiert folgten. 

Olena Gaschutin unterstützte bei der Übersetzung der Dialoge vom Ukrainischen ins Deutsche und umgekehrt. Tanztherapeutin Amelie von Blanckenburg leitete zwei Kreistänze an, die viel zur heiteren Stimmung beitrugen. 

Je länger der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine andauert, desto wichtiger wird es, nicht zur Tagesordnung überzugehen und immer wieder an diese menschengemachte Katastrophe zu erinnern: „Wir brauchen solche Begegnungsorte im öffentlichen Raum“, waren sich Organisator*innen und Besucher*innen einig.                                                  Fotos: Andrea Hesse

 

Fünf Jahre Offene Gesellschaft Langenhagen

… und das Klavier ist wieder da!

Zwei Jahre lang musste das Offene Klavier vom Langenhagener Marktplatz im Winterlager bleiben, nun ist es wieder da: Seit dem 5. Mai steht es allen Menschen, die darauf spielen möchten, zur Verfügung. Montags bis samstags, jeweils von 11 bis 20 Uhr, ist das Klavierhäuschen geöffnet – auch dank der Unterstützung durch die Mitarbeitenden des Restaurants Shiva Curry, die die Türen morgens aufschließen, und dank Achim Lampe, der am Marktplatz wohnt und regelmäßig abends wieder abschließt. „Das ist wirklich klasse und wir freuen uns sehr über dieses Engagement“, sagt Georg Obermayr, der das Offene Klavier gemeinsam mit weiteren Aktiven der Offenen Gesellschaft betreut. Für jeden letzten Freitag im Monat um 17 Uhr ist auch wieder das offene Singen geplant; erstmals findet es am 27. Mai statt.

Im Mai 2018 war das Offene Klavier mit Auftritten von Matthias Brodowy und Albrecht von Blanckenburg eröffnet worden; 2020 und 21 musste es dann aufgrund der Pandemie im Winterlager im CCL bleiben. In dieser Zeit gingen immer wieder Anfragen bei der Offenen Gesellschaft ein, wann es denn endlich wieder zur Verfügung stehe – viele Menschen in Langenhagen vermissten die Möglichkeit, dort zu spielen oder auch einfach zuzuhören.

Am 5. Mai war es jetzt soweit: Die Offene Gesellschaft Langenhagen feierte ihren fünften Gründungsgeburtstag mit einem Glas Sekt am Klavier, dazu spielte Bernd Schneider ein paar ausgewählte Lieblingslieder. „Als wir die Offene Gesellschaft Langenhagen vor fünf Jahren ins Leben riefen, haben wir noch gar nicht daran gedacht, dass sie so viel anstoßen und in Gang bringen könnte“, sagten Insa Becker-Wook und Andrea Hesse. Sie erinnerten an Aktivitäten wie den Flashmob im CCL zur Landtagswahl, die Ausrichtung des Europa-Festes auf dem Langenhagener Marktplatz, den Bürger:innen-Brunch in der Elisabethkirche, die Kampagne „Mit Respekt!“, zahlreiche Konzerte mit internationalen Künstler:innen, Kundgebungen, Lesungen, Infostände – und natürlich das Offene Klavier, das vielen Menschen ans Herz gewachsen ist.   

                                                                                                             Fotos: Andrea Hesse, Walter Euhus, Caroline von Blanckenburg

 

Für Frieden und Solidarität in Europa

Große Spendenbereitschaft beim Benefizkonzert im Rathaushof

Ein Zeichen für Frieden und Solidarität in Europa setzten Menschen jetzt im Rathaushof. Die einen, weil sie mit ihren Blasinstrumenten einen bunten Mix aus bekannten und weniger bekannten Musikstücken darboten; die anderen, indem sie die während des etwa zweistündigen Benefizkonzertes bereitgehaltenen Spendendosen mit Münzen und Scheinen füllten. Zum Schluss waren es 2.200 Euro, mit denen aus der Ukraine geflüchtete Menschen in Langenhagen unterstützt werden können.

„Es ist toll, wie viel heute hier zusammengekommen ist“, freute sich Harald Sandmann, musikalischer Leiter des Langenhagener Blasorchesters am Ende. Im Wechsel mit Michael Tewes vom Musikverein Godshorn dirigierte er das Konzert, zu dem rund 50 Musikerinnen und Musiker aus acht Orchestern in der Region Hannover zusammengekommen waren.

Willi Minne von der Offenen Gesellschaft Langenhagen ging in seinem Redebeitrag auf den Überfall Russlands auf die Ukraine und die bedrückenden Geschehnisse der vergangenen Wochen ein: „Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg“, so Minne. „Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen.“

An ihrem Infostand informierten andere Mitglieder der Offenen Gesellschaft Langenhagen über die Ziele der Initiative, während weitere Aktive mit Sammelbüchsen durch die Reihen gingen und sich über die große Spendenbereitschaft der Menschen im Rathaushof freuten.                                                          Fotos: Stadt Langenhagen, Caroline von Blanckenburg

https://www.instagram.com/offene_gesellschaft_lgh/

 

80 Menschen zeigen Gesicht für Frieden und Solidarität

Offene Gesellschaft hatte zur Kundgebung auf dem Marktplatz eingeladen

„Gemeinsam für Frieden und Solidarität“ konnten Vorübergehende am Freitag auf großen weißen Bannern auf dem Langenhagener Marktplatz lesen. „Wir in Langenhagen machen mit: Mit Respekt!“ hieß es dazwischen auf gelben Bannern; auf dem Pflaster lagen Plakate mit dem Wort „Frieden“ in vielen Sprachen. Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte zu einer Kundgebung unter dem Titel „Verantwortungsbewusst und solidarisch handeln – Langenhagen für Demokratie, Respekt und Vielfalt“ eingeladen und etwa 80 Menschen folgten dem Aufruf. Sie bildeten gemeinsam einen großen Kreis und folgten mehreren Redebeiträgen mit großer Aufmerksamkeit.

„Wir haben diese Veranstaltung geplant, bevor der Krieg in der Ukraine begann“, leitete Susanne Wöbbekind von der Offenen Gesellschaft die kurzen Ansprachen ein. Vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf das Nachbarland falle es allen Beteiligten schwer, die richtigen Worte zu finden; dennoch sei das Eintreten für Frieden, Solidarität und gegenseitigen Respekt im Angesicht des Krieges in Europa eher noch relevanter geworden als zuvor.

Stadträtin Eva Bender ging in ihren Worten auf den hannoverschen Soziologen und Sozialphilosophen Oskar Negt ein, dessen Überzeugung, dass Demokratie gelernt werden müsse, sie teile. Sie dankte allen Menschen in Langenhagen, die Solidarität übten und sich auch in der aktuellen Krise wieder für Menschen auf der Flucht engagierten.

Linda Töllner von der Offenen Gesellschaft schilderte in ganz persönlichen Worte, was sie dazu gebracht habe, sich in der Initiative zu engagieren: „Ich möchte mich nicht nur empören über Menschen, die sich an der Supermarktkasse an mir vorbei drängeln und mich anschnauzen, nur weil ich die Corona-Regeln eingehalten habe, und über jene im politischen Umfeld, die sich nicht an unsere Werte halten“, sagte sie. „Ich will mich aktiv einbringen, um in einer unübersichtlichen, komplexen Welt für Offenheit, Demokratie, Solidarität und gleichberechtigte Teilhabe einzutreten und sie zu stärken.“ Obwohl es keine einfachen Lösungen gebe sei es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben. Dabei könne das Hineindenken in die oder den jeweils anderen enorm helfen.

Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft ging darauf ein, dass der Krieg in Europa ein Schlaglicht auf die Corona-Leugner-Szene und ihre Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen werfe: „Unter anderem die rechtsextreme Gruppierung ‚Freie Sachsen‘ begrüßt den Krieg, rechtfertigt ihn als ‚Notwehr‘ und feiert Putin als starken Führer seines Volkes. Die ‚Freien Sachsen‘ sind Vorbild für die ‚Freien Niedersachsen‘, die auch in Langenhagen immer wieder zu sogenannten Spaziergängen gegen staatliche Corona-Maßnahmen aufrufen. Für solche Verbindungen müssen wir auch hier vor Ort aufmerksam bleiben – immer dann, wenn Corona-Leugner*innen nicht bereit sind, sich abzugrenzen von Extremisten.“

Applaus aus dem Kreis der Teilnehmer*innen gab es für die Forderung, neben der enormen Solidarität und Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine auch für diejenigen Menschen die Arme offen zu halten, die aus Syrien, Afghanistan oder Ländern Afrikas fliehen mussten. Applaus schließlich auch für die Feststellung, dass die wenige Tage zuvor erfolgte Entscheidung des Kölner Verwaltungsgerichtes eine gute Nachricht sei: Dass Gericht hatte geurteilt, dass der Verfassungsschutz richtig damit liege, die AfD aufgrund ihrer verfassungsfeindlichen Bestrebungen als Verdachtsfall zu behandeln.                                                                                                                                                            Fotos: Andrea Hesse

3.000 Menschen auf dem Opernplatz

3.000 Menschen auf dem Opernplatz und das nach nur einer Woche Zeit zum Mobilisieren!
"Ich frage mich, wie hermetisch sich manche Menschen von der Realität abschotten", sagte Sonja Anders, Intendantin des Schauspielhauses Hannover, über diejenigen, die die Existenz oder Gefährlichkeit des Corona-Virus leugnen und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ablehnen. Als unerträglich benannte Nicole Trumpetter im Namen der Intensiv-Pflegekräfte an den Diakovere-Kliniken die "Spaziergänge" der Corona-Leugner*innen.
Mit Abstand und Maske war es ein gutes Gefühl zu erleben, wie viele Menschen hier dabei waren um Corona-Leugner*innen und "Freien Niedersachsen" nicht die Straßen und Plätze in Hannover und der Region zu überlassen.                                                                                       Foto: Andrea Hesse

Verantwortungsbewusst und solidarisch handeln!

Offene Gesellschaft leistet Widerstand gegenüber „Spaziergänger*innen“

Der Kirchenvorstand der Elisabethgemeinde hatte sich bereits vor Weihnachten von den sogenannten Spaziergängen auf dem Kirchplatz distanziert; nun bezog auch die Offene Gesellschaft Langenhagen Position: Trotz Dauerregens versammelten sich die Aktiven am letzten Donnerstag des Jahres auf dem Platz vor der Elisabethkirche, um für ein verantwortungsbewusstes und solidarisches Verhalten zu werben, zu dem in Corona-Zeiten unbedingt auch das Impfen gehört. Etwa 50 Aktive der Offenen Gesellschaft und der Kirchengemeinde drückten mit Transparenten ihren Widerstand gegenüber den „Spaziergänger*innen“ und deren verantwortungslosem Handeln aus: Die Impfgegner*innen versammelten sich in Gruppen durchweg ohne Masken auf dem Kirchplatz, mussten ihre Versammlung nach Aufforderung durch die Polizei jedoch schnell beenden und zogen weiter.

In einer kurzen Ansprache dankte Bettina Praßler-Kröncke, Pastorin der Elisabeth-Kirchengemeinde, der Offenen Gesellschaft für ihren Einsatz. „Wir wenden uns gegen die Verleugnung der Covid-19-Pandemie und sprechen uns gegen jede Verunglimpfung von Wissenschaftler*innen, Ärzt*innen und Politiker*innen aus, die ihr Möglichstes tun, um die Pandemie zu überwinden“, hatte Praßler-Kröncke bereits im Vorfeld erklärt. Die Offene Gesellschaft Langenhagen betont, dass die persönliche Freiheit jedes Menschen nicht die Freiheit einschließe, andere durch Impfverweigerung und verantwortungsloses Verhalten zu gefährden. Vor dem Hintergrund der vierten Welle und neuer hochansteckender Virusvarianten sollte jeder seinen Mitmenschen gegenüber verantwortungsbewusst und solidarisch handeln und sich impfen lassen sowie alle Vorsichtsmaßnahmen einhalten.

Sollten die verharmlosend „Spaziergänge“ genannten Treffen von Impfgegner*innen und Corona-Leugner*innen in Langenhagen fortgesetzt werden, wird die Offene Gesellschaft auch in den kommenden Wochen weiterhin dagegen halten.

Foto: Andrea Hesse

 

Fake News im Netz – Tipps von MrWissen2go

Offene Gesellschaft und VHS hatten den bekannten YouTuber eingeladen

Man muss nicht unbedingt IT-Spezialistin sein, um Fake News im Netz auf die Spur zu kommen – das machte MrWissen2go alias Mirko Drotschmann seinem Publikum im Theatersaal Langenhagen klar. Oft helfen schon der genaue Blick aufs Impressum einer Website, auf die Autorin oder den Autor, das Anklicken von Links oder die Bildersuche rückwärts auf Google, mit der man herausfinden kann, in welchen anderen Zusammenhängen ein Foto bereits verwendet wurde. Vielleicht hilft es auch schon, ganz genau hinzugucken – dann zeigt sich z.B., dass ein zehntausendfach geteiltes Video von dunkelhäutigen Männern, die einen italienischen Polizeiwagen zertrümmern, aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Links am Bildrand sind ein Reflektor und eine Tonangel zu sehen: Geteilt wurde ein Ausschnitt aus Dreharbeiten, der zertrümmerte Wagen gehörte zum Drehbuch. Trotzdem wurde das Video dazu genutzt, Geflüchtete als gewalttätig und gefährlich darzustellen.

 

Im nahezu ausverkauften Theatersaal erzählte MrWissen2go von seinen beiden erfolgreichen öffentlich-rechtlichen YouTube-Kanälen, die insgesamt 2,3 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten haben. Er stellte konkrete Fälle von Falschnachrichten oder Fake News vor und erklärte, was sie in Zeiten der sogenannten Sozialen Medien so gefährlich macht. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler ebenso wie Ältere folgten ihm konzentriert über rund zwei Stunden, stellten viele Fragen und erzählten aus ihrer eigenen Wahrnehmung. Moderiert von Gesa von Blanckenburg und Julius Richter bekam die gemeinsame Veranstaltung der Offenen Gesellschaft Langenhagen mit der VHS Langenhagen am Ende Bestnoten: Online stimmten die Teilnehmer*innen im Theatersaal und im Livestream ab und vergaben mit großer Mehrheit die Note 1.

 

Ein dickes Dankeschön der Vorbereitungsgruppe, in der sich insbesondere Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft Langenhagen und Shirin Schikowski von der VHS engagiert hatten, ging am Ende an die Hertie-Stiftung und den Präventionsrat Langenhagen, die die Veranstaltung finanziell ermöglicht hatten. MrWissen2go sorgte für einen sehr nachdenklichen Schlusspunkt: Antijudaismus und Antisemitismus, praktiziert und verbreitet seit dem 2. Jahrhundert über das Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, beruhten auf einer der ältesten, wirkungsvollsten und verhängnisvollsten Fake-News-Kampagnen der Welt – Fake News, die in ihrer Menschenfeindlichkeit wohl einzigartig sind und Millionen Tote forderten.

                                                                                                                                              Fotos: Andrea Hesse (6), André Schweigler (1)

 

15.000 beim Globalen Klimastreik in Hannover

Offene Gesellschaft Langenhagen unterstützt elementare Anliegen

15.000 Menschen zogen am Freitag beim Globalen Klimastreik durch Hannover und forderten von der kommenden Bundesregierung eine wirkungsvolle Klimapolitik ein. Mit dabei: Vertreter*innen der Offenen Gesellschaft Langenhagen.
"In einer verantwortungsbewussten Gesellschaft sind der Naturschutz, der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Einsatz für Klimaschutz elementare Anliegen", hebt die Initiative in ihren Leitlinien hervor.         Foto: Renate Siebler

Entscheidungshilfe zur Kommunalwahl

Kommunalpolitische Diskussion im Rathaushof

Klimaschutz und Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum, Schulneubauten und -sanierungen sowie die dafür notwendigen Finanzen, die Einbindung junger Menschen in den Diskurs und in politische Entscheidungen, die Integration Geflüchteter und die Aufnahme von Menschen, die nach der Machtübernahme der Taliban aus Afghanistan fliehen mussten – die Bandbreite der Themen, mit denen sich die fünf Kandidat*innen für das Amt der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters in Langenhagen befassten, war groß. Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte zum Podiumsgespräch eingeladen und Wilhelm Behrens (Unabhängige), Andreas Eilers (WAL), Afra Gamoori (SPD), Marion Hasenkamp (Die PARTEI) und Mirko Heuer (CDU) stellten sich den Fragen von Julius Richter und Andrea Hesse, die das Gespräch moderierten. Kamran Qamar (Change Langenhagen) konnte aufgrund einer Auslandsreise nicht teilnehmen.

 

Mehr als 50 Interessierte waren in den Innenhof des Rathauses gekommen und folgten dem Gespräch konzentriert über anderthalb Stunden – trotz der immer wieder einsetzenden Regenschauer. Welche konkreten Sparmaßnahmen möchten Sie einleiten, um den städtischen Haushalt zu entlasten? Was wollen Sie tun, um die Ortsräte stärker am politischen Prozess zu beteiligen? Warum werden die ehrenamtlich tätigen Gruppen in der Flüchtlingsarbeit nicht besser über aktuelle Entwicklungen informiert? Diese und weitere Fragen wurden aus dem Publikum heraus ans Podium gerichtet.

 

Am Ende zogen die Organisator*innen von der Offenen Gesellschaft Langenhagen ein positives Fazit: Bei aller Einigkeit in einzelnen Fragen, etwa zur Aufnahme aus Afghanistan geflüchteter Menschen und dem Bekenntnis zum Klimaschutz, offenbarten sich doch durchaus Unterschiede in der Gewichtung dessen, was für die Stadt Langenhagen wichtig und richtig ist – für die Zuhörer*innen sicher eine Entscheidungshilfe zur Kommunalwahl am 12. September.

                                                                                                                                          Fotos: Jürgen Köhler, Martina Jaedke-Schmidt

 

7 Tage ohne Demokratie ist online!

Bitte teilt den Link und macht Werbung für dieses Video. O-Ton Carolin Scholz, Landespräventionsrat Niedersachsen:

"Wenn es dieses Video früher gegeben hätte, hätte ich mir ein halbes Jahr Politikunterricht sparen können."

 

Langenhagener ECHO vom 12.12.2020
Langenhagener ECHO vom 12.12.2020

Welche Bedeutung haben unsere Grundrechte?

Interview mit Prof. Jürgen Manemann | Ein Film von Lea Siebler

Langenhagen ist Sicherer Hafen

Offene Gesellschaft gratuliert Rat und Stadt Langenhagen

Am 12. Juni 2019 gründeten während eines Kongresses der Initiative „Seebrücke“ zwölf deutsche Städte das Städtebündnis sicherer Häfen; Initiatorin war die Stadt Potsdam. Heute gehören ca. 180 Kommunen in ganz Deutschland dem Bündnis an – seit dieser Woche zählt auch die Stadt Langenhagen dazu.

Sichere Häfen übernehmen Verantwortung, wo die Politik versagt:

Sie fordern im Namen ihrer Bürger*innen die Entkriminalisierung der Seenotrettung und neue staatliche Rettungsmissionen. Sie heißen Geflüchtete in ihrer Mitte willkommen und sind bereit, mehr Menschen aufzunehmen, als sie laut Verteilschlüssel müssten. Gemeinsam bilden die Sicheren Häfen eine starke Gegenstimme zur Abschottungspolitik der Bundesregierung – laut, unbequem und öffentlichkeitswirksam.

Felicitas Weck von der Fraktion der Linken hatte den Beitritt zum Städtebündnis mit einem Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung des Langenhagener Rates gehoben. In einer kontroversen Diskussion kritisierten Vertreter von CDU, FDP und der Wählergemeinschaft „Alternative für Langenhagen“ den Vorstoß mit dem Verweis darauf, dass die Aufnahme Geflüchteter nur im Rahmen des geltenden Bundesrechts bzw. auf internationaler Ebene geregelt werden könne.

Wolfgang Kuschel, SPD-Ratsmitglied und aktiv in der Offenen Gesellschaft Langenhagen, wies alle Bedenken mit der notwendigen Klarheit zurück: „Es ist Zeit zu handeln!“, stellte er fest und forderte den gesamten Rat auf, mit dem Beitritt zum Bündnis ein Signal auszusenden, das die Bereitschaft zum Helfen deutlich mache. Die Ratsmehrheit folgte diesem Appell.

Die Offene Gesellschaft Langenhagen gratuliert dem Rat und der Stadt Langenhagen zu dieser Entscheidung, die menschliches Handeln – und sei es zunächst auch nur als politisches Signal – über die immer gleichen juristischen und politischen Bedenken stellt. Congratulations!

Seebrücke: Was ist ein Sicherer Hafen?

„Ihr seid ein Hoffnungszeichen für die Welt“

Tausende blockieren am Klimastreiktag den Cityring

„Fridays for Future sind eine Bewegung für Klimagerechtigkeit – nur Klimaschutz wäre zu wenig“, stellte die Rednerin von FFF in ihrer Begrüßung klar. Es gehe um weltweiten effektiven Klimaschutz, der die dramatische Entwicklung im Globalen Süden berücksichtige: „What do you want? Climate Justice! When do you want it? Now!“

Fridays for Future hatten für den 25. September einen internationalen Klimastreiktag ausgerufen; in Hannover fanden dazu Sitz-Demos an insgesamt zehn Punkten auf dem Cityring statt. Tausende Menschen, von der Schülerin bis zum Rentner, folgten dem Aufruf, ließen sich mit Maske und Abstand auf den Straßen nieder und hörten informative, anklagende und auch ermutigende Redebeiträge.

„Ihr habt zwei Gegner – die Gleichgültigen und die Klimawandelleugner“, rief Landesbischof Ralf Meister den Demonstrant*innen vor der Christuskirche zu. „Dass ihr trotz Corona heute hier seid, ist ein großes Hoffnungszeichen für eine Welt, die euch so dringend braucht.“ Meister forderte FFF dazu auf, denjenigen, denen die Klimakatastrophe egal sei oder die sie leugneten, weiter im Weg zu stehen oder zu sitzen: „Ihr habt für Veränderungen gesorgt – ihr glaubt gar nicht, wieviel sich schon verändert hat.“

In Audio- und vorgelesen Beiträgen kamen Menschen unter anderem von den Philippinen, aus Kolumbien und Russland zu Wort, die eindrucksvoll schilderten, wie sehr sie und ihre Gemeinschaften bereits unter den konkreten Auswirkungen des Klimawandels leiden. „Lasst uns zuhören, versuchen zu verstehen und lernen“ – diesem Aufruf folgten die Demonstrant*innen vor der Christuskirche, unter ihnen Mitglieder der Offenen Gesellschaft Langenhagen, konzentriert.

Lea Reich, Autorin aus Hannover, forderte die Bewegung auf, radikaler zu werden: „Das heißt, dass wir an die Wurzel gehen müssen – an den Symptomen haben wir uns lange genug abgearbeitet.“ Ralf Meister forderte die Kirchen auf, der Bewegung in der kalten Jahreszeit Räume zur Verfügung zu stellen: „Wir haben den Platz auch für hundert Leute oder mehr unter Corona-Auflagen – fragt die Kirchen.“ FFF könne sich dabei auf ihn berufen, fügte der Landesbischof hinzu.

Nicht die Mehrheit der Bevölkerung

Es sollte die zentrale Demonstration in Norddeutschland werden: Für den 13. September hatten selbst ernannte Querdenker*innen und Gegner*innen der Corona-Politik zu einer Kundgebung auf dem Waterloo-Platz in Hannover aufgerufen. Mobilisiert wurde dafür in ganz Norddeutschland; am Ende versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 1.100 Menschen, um gegen die „Fake-Pandemie“, eine angeblich drohende Diktatur in Deutschland und das Tragen von Masken zu protestieren.

 Zum Vergleich: Bei der antirassistischen Black-Lives-Matter-Demo im Juni in Hannover gingen 8.500 Menschen gegen Diskriminierung und Polizeigewalt auf die Straße; beim Klimastreiktag im September 2019 waren es allein in Hannover 30.000. Davon, dass „Querdenken“ eine Mehrheit der Bevölkerung vertrete, kann also keine Rede sein. Sorgen bereitet dennoch die Tatsache, dass viele derjenigen, die im Namen der Freiheit gegen Corona-Verordnungen angehen, keine Hemmungen haben, mit Rechtsradikalen und Verschwörungstheoretiker*innen gemeinsame Sache zu machen.

Auf dem Waterlooplatz versammelten sich in unmittelbarer Nähe zur Kundgebung der Corona-Politik-Gegner*innen etwa 700 Menschen zu einer Gegendemonstration, unter ihnen auch Vertreter*innen der Offenen Gesellschaft Langenhagen. Während unter diesen 700 konsequent darauf geachtet wurde, zum Schutz aller Beteiligten Masken zu tragen, musste die Polizei den Zug der „Querdenker*innen“ mehrfach aufhalten, weil diese Auflage missachtet wurde. Im Nachhinein stellte sich nach einem Bericht der HAZ heraus, dass nicht wenige der ärztlichen Atteste, die in diesem Zusammenhang hervorgeholt wurden, wohl gefälscht waren.                                                                                                                           Foto: Jürgen Köhler

Eindrücke von einem wundervollen Konzert

Daniel Schunn begeistert sein Publikum im Rathaushof

"Kein Fußbreit den Feinden der Demokratie!"

Mehr als 3.000 versammeln sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Zwei Tage nach dem rassistischen Terroranschlag in Hanau versammelten sich in Hannover auf dem Platz an der Marktkirche mehr als 3.000 Menschen, um gegen Rassismus und Rechtsextremismus, gegen die Mörder und diejenigen, die ihnen den Boden bereiten, zu demonstrieren. Zur Kundgebung aufgerufen hatte das Bündnis „bunt statt braun“ in Zusammenarbeit mit vielen Partner*innen; auch Vertreter*innen der Offenen Gesellschaft Langenhagen waren dabei.

Mit einer Schweigeminute gedachten die mehr als 3.000 in der hannoverschen Altstadt der Opfer, die am späten Abend des 19. Februar in einer Shisha-Bar und einem Kiosk in Hanau ermordet worden waren. „Uns verbinden die Trauer und die Fassungslosigkeit“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil als einer der Redner während der Kundgebung. „Uns verbindet aber auch das Wissen, dass diese Gewalttat mehr war als ein Amoklauf.“ Der rassistische Terrorakt von Hanau sei ein weiteres Glied in der Kette rechter Gewalt, die sich durch Deutschland ziehe – und die AfD sei Wegbereiterin solcher Taten. Nötig seien jetzt ein starker Staat, der alle Menschen schütze, und eine starke Gesellschaft von selbstbewussten und überzeugten Demokrat*innen. „Wir sind viel mehr als die rechten Hetzer und Gewalttäter! Kein Fußbreit den Feinden der Demokratie in Deutschland“, rief Weil zum Abschluss seiner Rede.

„Nach dem Sagbaren kommt das Machbare“, mahnte Belit Onay, hannoverscher Oberbürgermeister. „Was mit dem Angriff auf die Menschenwürde beginnt, endet mit dem Angriff auf Menschen.“ Die Menge an der Marktkirche sei versammelt, um sich Hass und Hetze mit dem entgegenzustellen, was stark mache – „mit Einigkeit und Recht und Freiheit.“

Armin Preissner vom DGB benannte klar die Verantwortung der AfD, die Rassisten und Nazis in ihren Reihen dulde, für den rassistischen Terror: „Ihre Sprache schlägt mehr und mehr in Gewalt um.“ Marktkirchen-Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann betonte, dass jeder Mensch ein geliebtes Kind Gottes sei – niemand dürfe sich daher über einen anderen erheben. „Ausgrenzung und Rassismus sind mit christlichen Werten nicht vereinbar“, rief sie denjenigen entgegen, die gerne von der „Bewahrung des Christlichen Abendlandes“ schwadronieren, christliche Werte aber jeden Tag mit Füßen treten.

 Foto: Andrea Hesse

Nach Hanau: 3.000 Menschen gedenken in Hannover | ndr.de vom 22.02.2020

"Haltung zeigen" - Benefizkonzert am 5. März, 19.30 Uhr, in der Marktkirche in Hannover

Großer Applaus für Sound of Hope

Im "Monopol" werden Sehnsucht, Trauer und Freude spürbar

"Dieser Abend war mitreißend und berührend", sagt Ute Braedt von der Offenen Gesellschaft Langenhagen. Erstmals hatte die Initiative jetzt in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung von Jugend und Kultur ins Veranstaltungszentrum Monopol im Haus der Jugend in Langenhagen eingeladen und präsentierte die internationale Band Sound of Hope.

Seit Ende 2015 Jahres gibt es dieses interkulturelle Musikprojekt, in dem sich Musikerinnen und Musiker im Kulturzentrum „Alte Schule“ in Bantorf treffen. Zur Band gehören Geflüchtete aus verschiedenen Herkunftsländern; sie spielen Lieder ihrer Heimat und englische und deutsche Songs. Im Monopol kamen neben dem typischen Band-Instrumentarium auch die orientalischen Instrumente Saz, Oud und Tablas zum Einsatz; der Gesang in mehreren Sprachen machte die außergewöhnliche Zusammensetzung der Band hörbar. Für Begeisterung sorgten insbesondere die Soli der syrischen Musiker Obay und Dilyar auf den Instrumenten Oud und Saz. 
Trauer und Freude, Sehnsucht nach Heimat und die tiefe Freude an der Musik wurden spürbar - das Publikum dankte mit großem Applaus.                                                                                                                                            

"Es war ein stimmungsvoller Abend mit toller Musik und berührenden Berichten von den Musikern, die uns erzählten, wie sie zu Sound of Hope kamen und was ihnen die Gruppe gibt", berichtet Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft. Ein großer Dank ging auch an das Monopl-Team, das als Mitveranstalter einen wunderbaren Abend ermöglicht hatte.                                                                                                                                                         Foto: Hartmut von Blanckenburg

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„Starke Stimme Langenhagen“

Musik verbindet 450 Menschen beim Neujahrskonzert

„Starke Stimme Langenhagen“ – unter dieser Überschrift stand das Neujahrskonzert, zu dem die Bürgerstiftung in Kooperation mit der Offenen Gesellschaft Langenhagen eingeladen hatte. Und der Titel versprach nicht zu viel: Sängerinnen und Sänger aus insgesamt zehn Langenhagener Chören standen jeweils mit einer Delegation auf der Bühne, außerdem eine Chorklasse der Grundschule Godshorn und als Gäste die A-Cappella-Gruppe "Die Draufsänger" aus Osnabrück. Unter der Leitung von Holger Kiesé erklang unter anderem Reinhard Meys "Über den Wolken", in das die rund 450 Gäste im Theatersaal gerne einstimmten.

Im Interview mit Insa Becker-Wook erklärten Karin Saremba von der Bürgerstiftung und Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft die Beweggründe für die Zusammenarbeit der beiden Organisationen: "Wir haben ganz ähnliche Ziele und wir glauben beide daran, dass Veränderung vor Ort, in der eigenen Nachbarschaft, beginnen kann." Sie wünschten sich für die Zukunft, dass sich noch mehr Menschen aktiv für Demokratie, Menschenrechte und eine solidarische Gesellschaft einsetzten und dass die Einschüchterung und Bedrohung von Politikerinnen, Journalisten und zivilgesellschaftlich engagierten Menschen durch rechte Hetze endlich ein Ende habe. 

"Dieser Tag hat sehr deutlich gezeigt, wie verbindend Musik wirken kann", zog Claus Holtmann, Präsident der Bürgerstiftung, schließlich ein zufriedenes Fazit - das Neujahrskonzert habe seine Erwartungen noch übertroffen.           Foto: Andrea Hesse

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Gemeinsam ist man stärker

Offene Gesellschaft und Bürgerstiftung arbeiten zusammen

Gemeinsam ist man stärker: Die Offene Gesellschaft Langenhagen und die Bürgerstiftung Langenhagen arbeiten ab sofort zusammen. Gemeinsam setzen sich beide weiterhin für Toleranz, Offenheit und Gemeinschaftssinn in Langenhagen ein; behalten gleichzeitig ihre Eigenständigkeit und ihr jeweils eigenes Profil.

Nach einem einstimmigen Beschluss des Plenums der Offenen Gesellschaft arbeitet die Initiative zukünftig als Unterstiftung der Bürgerstiftung und gewinnt dadurch ein organisatorisches Dach, eine zusätzliche Vernetzung und mehr Sicherheit bei der Veranstaltungsorganisation. Ebenfalls geschlossen befürwortete das Präsidium der Bürgerstiftung die Zusammenarbeit und freut sich auf die gemeinsame Arbeit an Veranstaltungsformaten, den inhaltlichen Austausch und die Beteiligung an einzelnen öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten der Offenen Gesellschaft.

Inhaltlich gibt es eine große Übereinstimmung der beiden Langenhagener Akteure: Offene Gesellschaft und Bürgerstiftung setzen sich für das Gemeinwesen ein, lehnen die Ausgrenzung von Gruppen oder einzelnen Menschen ab und wollen den Zusammenhalt in der Stadt stärken. Sie engagieren sich gegen Diffamierungen jeglicher Art und eine Verrohung des öffentlichen Diskurses und laden Bürgerinnen und Bürger ein, sich diesem Engagement anzuschließen.

Konkret wird die neue Zusammenarbeit in der Organisation und Begleitung verschiedener Veranstaltungen: Für das Jahr 2020 sind mehrere Konzerte und eine Lesung, die Beteiligung am Wochenende der Langenhagener Vereine, eine Ausstellung und thematische Veranstaltungen geplant. Und natürlich wird das Offene Klavier auch weiterhin für Gemeinschafts- erlebnisse im CCL und auf dem Marktplatz sorgen.                                                                          Foto: Katerina Jarolim-Vormeier

8.500 gegen 120 Neonazis

Offene Gesellschaft Langenhagen bei der Kundgebung gegen die NPD

Die Zahlen sprachen für sich: Als am 23. November knapp 120 Rechtsradikale von der NPD durch die Südstadt marschierten, um gegen Journalist*innen und Pressefreiheit zu polemisieren, fanden sich auf der anderen Seite der Polizeiabsperrungen 8.500 Menschen aus Hannover und der Region ein, um den Neonazis unter dem Motto "Bunt statt Braun" entgegenzutreten.

"Hannover ist eine Stadt, in der Rassismus und Antisemitismus keinen Platz haben", erklärte Hannovers neuer Oberbürgermeister Belit Onay; andere Redner betonten die Bedeutung der Pressefreiheit für eine demokratische Gesellschaft. Regionspräsident Hauke Jagau stellte einen Zusammenhang zu den Rechtspopulisten von der AfD her: „Das Vorgehen der NPD, Kritikern Angst einzujagen, ist die gleiche Methode, die auch die AfD mit ihrem Denunziantenportal im Internet anwendet.“

Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte den Aufruf des hannoverschen Bündnisses "Bunt statt Braun" zur Kundgebung unterstützt und zeigte mit einer Gruppe von Aktiven Flagge. Mehrere Menschen aus Langenhagen, die den Aufruf in der lokalen Presse wahrgenommen hatten, schlossen sich beim Marsch vom Stephansplatz zum Aegi an. "Es war richtig und wichtig, dass wir hier in Hannover dabei waren", lautete das Fazit der Gruppe zum Ende der Kundgebung.   Foto: Lea Siebler

Solidarität mit den jüdischen Gemeinden

Hunderte stellen sich an die Seite jüdischer Menschen in Hannover

"Wo Juden angegriffen werden, sind wir alle bedroht." Mit diesen klaren Worten benannte Wolfgang Reinbold vom Rat der Religionen in Hannover das versuchte Attentat auf die Synagoge in Halle als das, was es war: ein Angriff auf die gesamte Gesellschaft. Erst treffe es jüdische Menschen, so Reinbold weiter, dann andere Gruppen, die nicht ins Weltbild völkischer Nationalisten passten.

Etwa 250 Menschen, unter ihnen auch Vertreter*innen der Offenen Gesellschaft Langenhagen, versammelten sich am Tag vor dem 9. November vor der Synagoge an der Haeckelstraße in Hannover, um ihre Solidarität mit den jüdischen Gemeinden zu zeigen. In der einbrechenden Dunkelheit erleuchteten sie den Platz vor dem Gemeindezentrum mit Kerzen und waren einfach vor Ort, bildeten einen symbolischen Ring der Solidarität um die hannoversche Synagoge. Klare Worte fanden hier auch der hannoversche Bürgermeister Thomas Hermann und Alina Fejgin, Leiterin des Sozialreferates der Jüdischen Gemeinde Hannover: "Wir freuen uns wirklich sehr, dass sie alle heute hier sind", so Fejgin.

Auch vor dem jüdischen Zentrum Chabad Lubawitsch im Stadtteil Kleefeld kamen zahlreiche Menschen zusammen; unter ihnen Belit Onay, Kandidat für das Amt des hannoverschen Oberbürgermeisters, und Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen. Caroline von Blanckenburg und Insa Becker-Wook von der Offenen Gesellschaft Langenhagen nutzten die Gelegenheit, mit Habeck über die Anliegen der Initiative ins Gespräch zu kommen.

Vor der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Leinhausen dankte Ingrid Wettberg, Vorsitzende der Gemeinde, allen Anwesenden: "Sie haben uns heute das Gefühl vermittelt, nicht allein gelassen zu sein."                                                     Foto: Jürgen Köhler

 

Langenhagen – gemeinsam und bunt

Mehr als 200 Menschen beim Brunch in der Elisabeth-Kirche

„Wann macht ihr so etwas wieder?“ Der große Brunch „#langenhagen.gemeinsam.bunt“ in der Elisabeth-Kirche war noch nicht vorüber, da tauchten schon erste Fragen nach einer Wiederholung auf. Mehr als 200 Menschen waren am Sonntagvormittag in die Langenhagener Kirche gekommen, um hier gemeinsam zu essen, miteinander zu reden und zu singen – an einem besonderen Ort.

Sie habe sich schon lange gewünscht, Menschen aus der Stadt zu einem gemeinsamen Essen in der Kirche zusammenzubringen, begrüßte Pastorin Bettina Praßler-Kröncke die Brunch-Gäste. Die zum 150. Kirchweihjubiläum leer geräumte Kirche biete dafür einen wunderbaren Rahmen. Als Mitveranstalterin hatte Praßler-Kröncke die Initiative „Offene Gesellschaft Langenhagen“ ins Boot geholt, die sich seit mehr als zwei Jahren in vielen öffentlichen Aktionen für den Zusammenhalt der Gesellschaft und gegen Ausgrenzung und Herabwürdigung von Menschen engagiert.                                                                                                                                                Foto: Andrea Hesse

30.000 gehen für Klimaschutz auf die Straße

Offene Gesellschaft Langenhagen beim Sternmarsch in Hannover

Weltweit gingen am 20. September, dem globalen Klimastreiktag, Hunderttausende für eine neue Klimapolitik und globale Klimagerechtigkeit auf die Straße. Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte im Vorfeld alle Langenhagener*innen aufgerufen, ebenfalls Flagge für eine veränderte Klimapolitik und Klimagesetzgebung zu zeigen und sich am großen Sternmarsch in Hannover zu beteiligen.

„Es ist so wichtig, dass wir immer mehr werden, immer weiter zeigen, dass wir keine andere Wahl haben, als für unsere Zukunft einzustehen“, hatten Vertreterinnen und Vertreter der hannoverschen Gruppe von Fridays for Future für den Sternmarsch geworben. Die Gruppe hatte explizit auch die mittlere und ältere Generation zur Unterstützung aufgerufen: „Jetzt heißt es endlich: Alle für’s Klima, alle auf die Straßen!“

Mit Freude stellten die Aktiven der Offenen Gesellschaft Langenhagen fest, dass sich einige Interessierte am Treffpunkt Lister Platz zu der Gruppe in den auffälligen T-Shirts mit dem Logo der Offenen Gesellschaft gesellten. Übereinstimmend stellte die Gruppe fest, dass die Forderung nach Klimagerechtigkeit sehr viel mit den Anliegen der Offenen Gesellschaft zu tun hat: In vielen Teilen der Erde verursacht der Klimawandel bereits tödliche Dürren, in anderen Weltteilen ebenso tödliche Überschwemmungen. Millionen von Menschen werden dadurch ihre Lebensgrundlage verlieren. Die Offene Gesellschaft engagiert sich für soziale Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen – das schließt die Bewahrung ihrer Lebensgrundlagen ein.

In Hannover formierten sich am Klimastreitag fünf eindrucksvolle Züge, die sich sternförmig zur Abschlusskundgebung auf dem Friederikenplatz bewegten - 30.000 Menschen beteiligten sich allein hier an der Demonstration.    Foto: Renate Siebler

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„Ich will Europa stärken“

Hunderte feiern beim Europafest der Offenen Gesellschaft Langenhagen

„Musik, Theater, Sport und Spiel; dazu ganz viele Gespräche über Europa – die Mischung hat gestimmt.“ Susanne Wöbbekind von der Offenen Gesellschaft Langenhagen ist zufrieden: Obwohl das Wetter ruhig etwas sommerlicher hätte sein können, kamen ein paar hundert Langenhagener aller Generationen zum Europafest der Offenen Gesellschaft Langenhagen auf dem Marktplatz zusammen und ließen Europa und die Europäische Union hochleben. Die Knirpse vom KITA-Zirkel Langenhagen waren ebenso dabei wie die OMAS GEGEN RECHTS, die sich gegen den wachsenden Rechtspopulismus positionierten. Festbesucher Dr. Wolfgang Brörken sagte es so: „Ich bin hier, weil mir die gegenwärtige Entwicklung Sorge bereitet und ich Europa stärken will.“

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"Rechtspopulismus ist der Steigbügelhalter"

Wilfried Manneke berichtet von seinem Kampf gegen Rechtsextremisten

„Wir haben dieses Thema nicht aus freien Stücken gewählt“, sagt Pastor Wilfried Manneke. „Wir haben es hier vorgefunden und haben uns von einem Wort aus der Bibel leiten lassen: ‚Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.‘“ (Prediger 9, Vers 10)

Seit mehr als 20 Jahren tut Manneke in der Lüneburger Heide das, was ihm vor die Hände kommt: Gemeinsam mit vielen anderen bietet er Rechtsextremisten die Stirn, macht auf ihre Umtriebe aufmerksam und protestiert gegen ihre Aktivitäten. Jetzt war Manneke, der seit der Veröffentlichung seines Buches „Guter Hirte, braune Wölfe“ (Droemer Knaur) ein deutschlandweit gefragter Referent ist, mit einem Erfahrungsbericht in Langenhagen zu Gast. Gemeinsam eingeladen hatten ihn der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen, die Elisabeth-Kirchengemeinde und die Offene Gesellschaft Langenhagen.                                                     Foto: Andrea Hesse

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"Engagement vor Ort kann große Wirkung entfalten"

Christian Wulff wirbt für Demokratieerziehung

Sein politisches Engagement flog ihm nicht aus heiterem Himmel zu, sondern hatte seinen Ursprung im Elternhaus: „Mein Vater hat den Untergang der Weimarer Republik miterlebt und mir klar gemacht, wie wichtig es ist, sich zu engagieren“, erzählt Christian Wulff, früherer Niedersächsischer Ministerpräsident und Bundespräsident a. D. Angesichts dieser Karriere spielte es auch kaum eine Rolle, dass der Vater Sozialdemokrat war, während der Sohn in der CDU Ämter innehatte: „Es geht darum, sich in einer demokratischen Partei zu engagieren.“

Als prominenter Gast der Offenen Gesellschaft Langenhagen war Christian Wulff zu einem Interview ins City Center Langenhagen gekommen und stellte sich den Fragen von Caroline von Blanckenburg und Insa Becker-Wook. Natürlich sei das Engagement der Langenhagener Initiative vor Ort auf lokaler Ebene wichtig und habe das Potenzial, etwas zu bewegen, erklärte er auf Nachfrage: Im direkten Kontakt mit Menschen lasse sich viel bewegen – beim Gespräch in der Familie, mit Freunden oder eben im Rahmen von Veranstaltungen der Offenen Gesellschaft Langenhagen. Wenn sich nur zwei Menschen aus dem Publikum nach der Veranstaltung demokratisch aktiver verhielten als vorher, könne das bereits große Wirkung entfalten.

Als eine Ursache für die verbreitete Gleichgültigkeit oder Zustimmung gegenüber extremen Positionen bezeichnete Wulff die fehlende Demokratieerziehung in vielen Familien: „Kinder müssen lernen, dass die Demokratie ständig verteidigt werden muss.“ Demokratie sei die tollste Staatsform, die es gebe, allerdings auch die verletzlichste, wenn sie angegriffen werde.

Etwa 200 Menschen waren ins CCL gekommen, um Christian Wulff zu hören; aufmerksam und mit zustimmendem Applaus folgten sie seinen Worten. Begleitet von Benjamin Schramm am Klavier und Sänger Manuel Rogall stimmten sie gemeinsam mit dem Bundespräsidenten auch das mehr als 200 Jahre alte „Die Gedanken sind frei“ und die von Joan-Baez bekannt gemachte Bürgerechts-Hymne „We shall overcome“ an.

Die Aktiven der Offenen Gesellschaft Langenhagen dankten Christian Wulff für seine Unterstützung im Sinne einer offenen, demokratischen, gastfreundlichen und solidarischen Gesellschaft. Der Bundespräsident a. D. hatte, nachdem er vom Engagement der Langenhagener Initiative erfahren hatte, Unterstützung angeboten – mit seinem Auftritt im CCL löste er dieses Versprechen ein. „Eine richtig gute Veranstaltung“, lautete am Ende das Urteil vieler Gäste. Wulff habe authentisch, klar und motivierend gesprochen.                                                                                                                        Foto: Andrea Hesse

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Zusammenhalt durch Musik

Internationale Band spielte im "Emma" für die Offene Gesellschaft

Foto: Andrea Hesse
Foto: Andrea Hesse

Die Kulisse war ideal: Im alten Langenhagener Bahnhof, dort, wo früher Menschen ankamen und fort fuhren, spielte die Band „Sound of Hope“ jetzt ein mehr als zweistündiges Konzert im Restaurant Emma. In dem zehnköpfigen Ensemble um Albrecht von Blanckenburg machen Menschen aus dem kleinen Ort Bantorf bei Barsinghausen gemeinsam mit Geflüchteten aus verschiedenen Nationen Musik – von uralten kurdischen Liebes- und Klageliedern über selbst geschriebene aktuelle Songs bis hin zu Rock’n’Roll-Klassikern. Die Band versteht sich als Botschafterin für Frieden, Zusammenhalt und Freude am Leben und ihr Repertoire spiegelt genau dieses Anliegen wider. Die rund 80 Gäste im Emma sparten nicht mit Applaus und ließen sich auch gerne zum Mittanzen bewegen.

Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft Langenhagen stellte in Kurz-Interviews die Musikerinnen und Musiker vor; dabei wurde immer wieder deutlich, welch großen Zusammenhalt die Musik schafft. Musikalisch sei das nicht ganz einfach für sie, berichtete die Pastorin aus einem Dorf am Deister, die bei Sound of Hope die Violine spielt. Schließlich habe sie eine klassische Geigenausbildung erhalten, orientalische Musik bedeute da eine echte Herausforderung. Dennoch: „Das gemeinsame Proben verschafft mir einen neuen Zugang zu meinem Instrument, das ich lange Zeit gar nicht gespielt hatte.“ Dilyar Shexu, ein bekannter kurdischer Musiker und Komponist, erzählte davon, wie er sein Instrument, die Saz, auf der Flucht aus dem syrischen Kobane nach Deutschland retten konnte – im Zusammenspiel mit den Tablas des aus Afghanistan stammenden Musikers Ismael Tajik, dem Leadgesang des kurdischen Sängers Hesham, den klaren Stimmen von Silvia Hoppe und Renate Hachmeister und dem treibenden Schlagzeug des erst 15-jährigen Nick Weber entstand eine Musik, die Hoffnung, Trauer und Lebensfreude zugleich transportierte.

Ulrike Jagau von der Offenen Gesellschaft Langenhagen informierte das Publikum über Fakten rund um das Thema Flüchtlinge. „Im Jahr 2018 ist die Zahl der Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, stark zurückgegangen“, stellte sie fest. Auch vor diesem Hintergrund sei es unredlich, populistische Stimmungsmache zu betreiben, wie es insbesondere die AfD tue, und nicht bei den Fakten zu bleiben. „Wir von der Offenen Gesellschaft Langenhagen kümmern uns einfach darum, mit Gleichgesinnten hier vor Ort etwas in die andere Richtung zu bewegen“, erklärte Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen. „Wir schaffen Zusammenhalt, singen gemeinsam gegen Ausgrenzung und streiten für eine demokratische, gastfreundliche und solidarische Gesellschaft.“

Ingo Welt, Chef im Restaurant Emma, stellte sich mit seinem Team hinter dieses Engagement und machte so einen besonderen Abend in der tollen Kulisse des alten Bahnhofs möglich.

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Sound of Hope: "Afrin"

Sound of Hope: "Bir Nahta Seßtan"

Gemeinsam etwas in die andere Richtung bewegen

Unterstützung durch Lions und CCL-Werbegemeinschaft

Ein willkommenes Geschenk: Caroline von Blanckenburg dankt Bernd Vogel (von links), Alexander Machill und Stefan Bause von den Lions. Foto: Dirk Lange
Ein willkommenes Geschenk: Caroline von Blanckenburg dankt Bernd Vogel (von links), Alexander Machill und Stefan Bause von den Lions. Foto: Dirk Lange

"Wir wollen uns aktiv einsetzen für unsere offene, demokratische, gastfreundliche und fest in Europa verankerte Gesellschaft – sie ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes, glückliches Leben." Mit diesen Worte begrüßte Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen Anfang November mehr als 100 Menschen am Klavier im CCL.  "Wir engagieren uns gegen den zunehmenden Nationalismus in Deutschland und in Europa, gegen wachsenden Anti-Feminismus, gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Wir verfolgen das Auftreten der AfD als Sprachrohr des Rassismus in Stadträten, Landesparlamenten und auf Bundesebene – und wir kümmern uns einfach darum, mit Gleichgesinnten hier vor Ort etwas in die andere Richtung zu bewegen." Passend zu dieser Kurzvorstellung hatten die Menschen rund ums Klavier zuvor das traditionsreiche "Die Gedanken sind frei" gesungen.

Caroline von Blanckenburg begrüßte dann Stefan Bause, Alexander Machill und Bernd Vogel vom Vorstand des Lions Clubs Langenhagen. Sie überbrachten der Offenen Gesellschaft Langenhagen ein besonderes Geschenk: Mehr als 30 Liederbücher mit vielen internationalen Melodien und Texten. "Gerne unterstützen wir die Anliegen der Offenen Gesellschaft", sagte Past-Präsident Alexander Machill. Wie hochwillkommen die Spende im Kreis der Menschen ums Klavier war, zeigte sich schnell: Etwa eine Stunde lang sangen sie zur Begleitung durch Bernd Schneider Lieder aus den neuen Büchern.

Ein dickes Dankeschön gab es auch für Thorsten Schirmer vom Vorstand der Werbegemeinschaft im Bestandsbau des CCL: Die Kaufleute unterstützen die Idee der verbindenden Veranstaltungen am Klavier, indem sie während der Wintermonate ihre Veranstaltungsfläche im Obergeschoss und einen Abstellraum für das Instrument zur Verfügung stellen.

"Die Veranstaltungsqualität im CCL gewinnt durch dieses Engagement", sagte Thorsten Schirmer an die Offene Gesellschaft Langenhagen gerichtet. "Schließlich vermittelt das gemeinsame Singen Zuversicht und Tatkraft."  

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Eliza-Singers unterstützen die Offene Gesellschaft

Zur Feier ihres 50-jährigen Jubiläums kamen die Eliza-Singers aus der Elisabeth-Kirchengemeinde jetzt zu einer Art Vorpremiere zum offenen Klavier auf dem Langenhagener Marktplatz: Aus dem Programm ihres Jubiläumskonzertes, das sie am 15. September im Theatersaal Langenhagen präsentieren, erklangen Gospels, Pop- und Jazz-Melodien. Mehr als 100 Gäste kamen ganz gezielt zu  diesem Konzert oder reihten sich ins Publikum ein, weil sie von den Klängen, die bei spätsommerlichem Wetter über den Marktplatz wehten, angezogen wurden. Chorleiterin Dörte Wehner begleitete die etwa 20 Sängerinnen und Sänger am Klavier und baute schnell Kontakt zum Publikum auf - sehr gerne unterstütze der Chor den Einsatz der Offenen Gesellschaft Langenhagen, betonte sie. Begeisterter Applaus war am Ende der Dank für ein besonderes Konzert.

In ihrer Begrüßung ging Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen anhand eines persönlichen Erlebnisses auf die Ziele der Initiative ein: "Es ist wichtig, dass wir einander in unserem Engagement für eine offene, gastfreundliche und solidarische Gesellschaft stärken und nicht wegsehen, wenn diese Grundwerte in Frage gestellt werden." Wichtig sei es aber auch, die Gemeinschaft zu genießen und zu feiern - das Konzert der Eliza-Singers bot dazu einen wunderbaren Anlass.

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"Ein offenes Klavier für Langenhagen"

Ein Wohnzimmerkonzert mitten auf dem Markt

Der Pianist, Keyboarder und Songwriter Daniel Schunn aus Sehnde liebt die kleinen Formate – Wohnzimmerkonzerte und das Experimentieren mit verschiedenen Musikinstrumenten und Klängen. Als Pianist und Keyboarder spielte er bereits mit so bekanten Musiker*innen wie Gregor Meyle, Felicitas Woll, Hamid Baroudi, Katja Friedenberg (Voice of Germany) und Njeri Weth zusammen, nun kam er zu einem Konzert am offenen Klavier auf den Langenhagener Marktplatz.

"Daniel möchte mit seinem Auftritt hier bei uns die Ziele der Offenen Gesellschaft Langenhagen unterstützen - er ist überzeugt davon, dass sie wichtig sind", erklärte Caroline von Blanckenburg in ihrer Begrüßung zu Konzertbeginn und erläuterte den etwa 50 Konzertgästen die 10 Thesen, in denen diese Ziele formuliert sind. Daniel Schunn tat anschließend das, was er so wunderbar kann: Er spielte ein "Wohnzimmerkonzert" mitten auf dem Marktplatz, verwob seine selbst komponierten Stücke mit Erzählungen zu ihrer Entstehungsgeschichte, füllte den sonnigen Abend mit Meeresrauschen und rollendem Donner und fand im Publikum Mitspieler*innen, die mit Freude und Sachverstand verschiedene Musikinstrumente bedienten.

Mit einem gemeinsam gesungenen "Geh aus, mein Herz" beendeten Pianist und Publikum nach mehr als einer Stunde einen besonderen Konzertabend.

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250 Menschen feiern das offene Klavier

Langenhagen hat jetzt ein offenes Klavier: Rund 250 Menschen feierten die Einweihung des Instruments auf dem Marktplatz mit einem fröhlichen Fest. „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“, zitierte Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen E.T.A. Hoffmann, einen Schriftsteller und Komponisten der Romantik. „Gemeinsam musizieren, singen, tanzen oder einfach nur zuhören und dabei sein hilft uns, scheinbar Trennendes zu überwinden.“

 Der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy knüpfte daran an und erzählte von ganz besonderen Erfahrungen, die er dank der Musik machen konnte. Großen Applaus gab es für sein Langenhagen-Lied, das wie gemacht war für diesen heiteren, sonnigen Abend an Langenhagens neuem Klavier. Zum Dank überreichte ihm Renate Siebler von der offenen Gesellschaft einen kleinen Flügel, gestaltet in den gleichen Farben wie das große Klavier, das ab sofort seinen Standort in einem wetterfesten Haus auf dem Marktplatz hat. Ein liebevoll gestaltetes Klavier gab es auch für Roman Sickau, Mitarbeiter der Langenhagener Verwaltung, der das Projekt mit großem Engagement unterstützt hatte.

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