"Wir haben so viele andere Themen"

Demokratieforscher fordert Zusammenschluss von Antifa bis CDU

08.06.26 „Eine wehrhafte Demokratie hindert ihre Feinde daran, sie mit demokratischen Mitteln zu zerstören“: So lautete einer der zentralen Sätze von Michael Lühmann in seinem Impulsvortrag vor rund 130 Menschen in der Aula der IGS Langenhagen. Der Politikwissenschaftler und Demokratieforscher aus Göttingen war auf Einladung der Offenen Gesellschaft Langenhagen gekommen; als Mitveranstalter*innen waren der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen, der Sportring Langenhagen, das Jugendparlament und der Präventionsrat der Stadt sowie weitere Unterstützer*innen mit dabei.

    Lühmann begann seinen Impuls zum Thema „Willst du Demokratie, Langenhagen?“ mit einem Blick auf die zurückliegenden Jahrzehnte: „In der Bundesrepublik wurde nach dem Grauen des Nationalsozialismus ein Betonsarkophag über rechtsextremen Ansichten errichtet; diese Übereinkunft geht gerade kaputt.“ Rechtsextremes Gedankengut werde wieder offen ausgesprochen und durch einen hybriden Krieg, der mit „brutaler Desinformation“ arbeite, gefördert.

    Auch das Aufstiegsversprechen an die folgende Generation, das nach dem Zweiten Weltkrieg für Jahrzehnte Gültigkeit hatte, habe etwas mit Demokratie zu tun, so Lühmann weiter – jetzt, wo dieses Versprechen durch immer neue Krisen brüchig werde, bröckele auch die Unterstützung für die Demokratie. Die rechtsextreme AfD, die in ihrer Einschätzung der politischen und gesellschaftlichen Situation exakt auf Linie der früheren NPD liege, profitiere von dieser Situation.

    Dennoch: „Ich glaube fest an die Kraft der Demokratie“, betonte Lühmann. Die AfD stoße an die Grenzen ihrer Mobilisierungsmöglichkeiten und habe auch bei Wahlen in Ostdeutschland Niederlagen eingefahren. Um die Partei auf ihrem weiteren Weg in die Parlamente aufzuhalten, brauche es vor allem eines, so der Demokratieforscher: Zusammenhalt.

„Bildet Banden!“, zitierte Lühmann einen bekannten Slogan, der in feministischen ebenso wie in gewerkschaftlichen Zusammenhängen verwendet wird. Dabei dürften niemals die Themen des politischen Gegners gespielt werden: „Wir haben so viele andere Themen!“ Der Politikwissenschaftler warf den demokratischen Parteien von der CDU bis zu den Grünen vor, diese wichtige Spielregel immer wieder zu verletzen und damit der AfD in die Hände zu spielen – besonders deutlich sei dies beim Thema Zuwanderung und Asyl.

    „Lasst uns an einen Tisch kommen und friedlich miteinander reden – von der Antifa bis zur CDU!“ Eindringlich vertrat Lühmann diese Forderung und benannte empirische Untersuchungen, die zeigten, dass dort, wo sich ein starker Zusammenhalt finde, die AfD vergleichsweise schwach dastehe. Lühmann warnte auch vor linkem Populismus: „Die Vereinfachung ist der schlimmste Feind der Demokratie.“ Engagierte Vertreter*innen der Zivilgesellschaft fordert er auf, sich im Kampf gegen den demokratiezersetzenden Rechtsextremismus nicht selbst aufzugeben: „Zeigt Haltung und bewahrt dabei euren Humor! Nehmt euch raus, bevor ihr verzweifelt! Und passt aufeinander auf!“

    Als „Bastion“ im zivilgesellschaftlichen Kampf gegen Rechtsextremismus und -populismus sieht Lühmann die Frauen: „Mit uns Jungs ist da weniger was anzufangen.“ Aufgabe der Politik sei es, die Prüfung und letztendlich die Ausführung eines Parteienverbots gegenüber der AfD voranzubringen – „denn es gibt nichts Schöneres als die Demokratie“. Vielleicht, so äußerte eine Besucherin ihre Hoffnung, könne dieser Abend zu einem Neuanfang für Langenhagen werden: Sie wünsche sich, dass alle Demokrat*innen an einen Tisch kämen, um der AfD die Stirn zu bieten.

    Umrahmt wurden der Impulsvortrag und das anschließende Gespräch im Plenum von Schüler*innen der Musikschule Langenhagen, denen es nach Auskunft von Musikschulleiter Stefan Polzer ein Anliegen war, mit ihrem Auftritt Haltung zu zeigen.                                                                      Fotos: Jürgen Köhler, Renate Siebler, Caroline von Blanckenburg

 

Happy Birthday, liebes Grundgesetz!

Offene Gesellschaft feiert den Verfassungsgeburtstag auf dem Marktplatz

23.05.26 "Happy Birthday, liebes Grundgesetz, happy Birthday to you!" oder auch "Zum Geburtstag, liebes Grundgesetz, zum Geburtstag viel Glück!" Gemeinsam mit vielen Mitsänger*innen stimmten Albrecht von Blanckenburg am Klavier und Thomas Zander am Saxophon jetzt auf dem Langenhagener Wochenmarkt Geburtstagslieder für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland an. Anlass war der Mitmachtag "Für dich. Für uns. Für alle", den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Geburtstag des Grundgesetzes ausgerufen hatte. Am Stand der Offenen Gesellschaft Langenhagen gab es neben viel Musik auch ein Quiz rund um die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, Fahrten mit der Fahrrad-Rikscha und vor allem viele Gespräche. "Es ist so wichtig, dass Sie sich hier für die Demokratie einsetzen", erklärte eine Besucher*in. Ähnliche Äußerungen hörten die Aktiven der Offenen Gesellschaft an diesem Vormittag in vielen Gesprächen. 

Vor genau 77 Jahren, am 23. Mai 1949, wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland feierlich verkündet. Aber was steht da eigentlich genau drin? In knapper Form: die Grundrechte aller Bürgerinnen und Bürger und die Organisation des Staates. Artikel 1 ist zugleich Grundlage und Leitgedanke: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Vor dem Hintergrund der Grauen der Nazizeit hatte diese Formulierung 1949 besondere Bedeutung, und auch heute muss diesem Verfassungsartikel wieder besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Offene Gesellschaft stieß mit diesem Anliegen auf offene Ohren, ist vielen Menschen doch sehr bewusst, dass Vertreterinnen und Vertreter der AfD kontinuierlich daran arbeiten, die Grundlagen des deutschen Grundgesetzes auszuhebeln. Also: Happy birthday, liebes Grundgesetz!                                               Foto: Andrea Hesse

 

Wer mehr über das Grundgesetz lesen möchte, findet HIER weitere Informationen. 

Zum Video über den Mitmachtag in Langenhagen geht's HIER.

 

"Demokratie lebt nicht von Angst, sie lebt von Mut"

21.05.26 "Wir müssen wachsam sein, wir müssen informiert sein und wir müssen miteinander reden. Demokratie lebt nicht von Angst, sie lebt von Mut. ... Wir brauchen keine Politik, die Angst schürt, wir brauchen eine Politik, die Vertrauen schafft."

In seinem Impuls zu Beginn der zweiten Warnwache für Demokratie und Respekt im Mai appellierte Falk Wook von der Offenen Gesellschaft Langenhagen an die Verantwortlichen in der Politik und die Zivilgesellschaft gleichermaßen. Um dem Erstarken brauner Kräfte etwas entgegenzusetzen brauche es den Mut und die Bereitschaft, Fragen zu stellen, miteinander zu reden und Haltung zu zeigen. 

Haltung zeigen - darum geht es auch bei den regelmäßigen Warnwachen der Offenen Gesellschaft Langenhagen, die an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat auf dem Langenhagener Marktplatz stattfinden. Beginn ist immer um 18 Uhr. 

Unterstützt wurde die zweite Mahnwache im Mai von der AnGeAn-Band: Die drei Musiker*innen aus Langenhagen sorgten mit ihren Songs aus den 70er und 80er Jahren für viel Gemeinschaftsgefühl und Optimismus unter den mehr als 40 Teilnehmer*innen - herzlichen Dank dafür!

Die nächste Warnwache für Demokratie und Respekt findet am Donnerstag, 4. Juni, ab 18 Uhr auf dem Marktplatz zwischen Post und CCL statt. Mit dabei: Willi Hurdelbrink mit seiner Gitarre und (Irish) Folk.   Foto: Caroline von Blanckenburg

 

Prüf heute, schütz morgen!

Mehr als 1.200 Menschen bei der ersten PRÜF-Demo in Hannover

15.03.26    Die erste PRÜF-Demo in Niedersachsen fand jetzt auf dem Opernplatz in Hannover statt, gefolgt von einem lauten, bunten Umzug durch die Innenstadt. Mit zahlreichen phantasievollen Schildern und Bannern riefen die Teilnehmer*innen dazu auf, endlich konsequent zu prüfen: „Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder als gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.“ Den Antrag auf Prüfung soll der Bundesrat stellen, in dem Niedersachsen über sechs Stimmen verfügt. 

Zwischen 1.200 (Angabe der Polizei) und 2.401 (Angabe der Veranstalterin) Menschen beteiligten sich trotz des Nieselregens an der Demo, bei der eine auffallend solidarische, freundliche Stimmung herrschte. Anstelle langer politischer Reden gab es Beiträge von hannoverschen Künstlerinnen - mal zornig, mal melancholisch und immer ermunternd, aktiv zu bleiben oder zu werden. Mit dabei war natürlich auch eine Gruppe der Offenen Gesellschaft Langenhagen.

Die Initiative „PRÜF“ organisiert an jedem zweiten Samstag im Monat Demonstrationen in verschiedenen Landeshauptstädten mit dem Ziel, regelmäßig Menschen zum öffentlichen Eintreten für den Schutz der Demokratie zusammenzubringen.

In Hannover werden die Vorbereitung und die Organisation der Demos von vielen Menschen und Initiativen getragen. Dabei rücken weder einzelne Personen noch die Initiativen in den Vordergrund – es geht ausschließlich um den Inhalt von PRÜF. Die Inhalte der Demo werden von Kulturschaffenden in Hannover gestaltet. 

Die nächste PRÜF-Demo findet am Samstag, 13. Juni, um 14 Uhr auf dem Opernplatz in Hannover- statt. Weitere Infos sind auf der Webseite https://pruef-demos.de/niedersachsen/ zu finden, außerdem auf Insta:  https://www.instagram.com/stories/pruef.nds/ und auf Bluesky: https://bsky.app/profile/pruef-ni.bsky.social.

                                                                                                                                                                    Fotos: Andrea Hesse

 

"Verteidigung der Demokratie liegt uns am Herzen"

07.03.26   Unsere Demokratie lebt vom Mitmachen. Sie lebt davon, dass Menschen nicht wegsehen, wenn ihre Grundwerte infrage gestellt werden, sondern gemeinsam Haltung zeigen.

Am 5. März 2026 beriet der Niedersächsische Landtag über die nächsten Schritte zur verfassungsrechtlichen Prüfung der AfD. SPD und Grüne verfolgten mit ihrem Antrag das Ziel, den Weg für eine sorgfältige rechtsstaatliche Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht vorzubereiten. Die zuständigen Behörden von Bund und Ländern werden aufgefordert, ihre Erkenntnisse zusammenzutragen und auszuwerten – denn über die Frage der Verfassungswidrigkeit einer Partei kann und darf allein das Gericht entscheiden.

Zeitgleich mit diesem wichtigen parlamentarischen Moment beteiligten sich Aktive der Offenen Gesellschaft Langenhagen an einer Kundgebung vor dem Landtag, zu der verschiedene Initiativen und Parteien eingeladen hatten: "Wir wollen gemeinsam mit diesen Initiativen zeigen, dass uns die wehrhafte Demokratie und ihre Verteidigung am Herzen liegen."

 

Demokratie schützen – rechtsextreme Parteien verbieten

15.02.26     Mehrere hundert Menschen folgten an diesem Wochenende trotz eisiger Kälte einem Aufruf des Bündnisses "Auf die Plätze" und der "Omas gegen rechts", unter ihnen auch eine Gruppe der Offenen Gesellschaft Langenhagen. Der lange Zug bewegte sich, begleitet von einer Trommel-Band, die Limmerstraße entlang zum Küchengarten. Die Menschen forderten die sofortige Prüfung eines Verbotes aller vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Parteien, insbesondere der AfD. Bei der Abschlusskundgebung forderte unter anderem MdL Michael Lühmann die Politik auf, sich nicht wegzuducken, sondern ein Verbotsverfahren auf den Weg zu bringen. Auch andere Redner*innen hoben eindringlich hervor, dass die Verteidigung der Demokratie nur gelingen könne, solange die Demokratie noch existiert.

                                                                                                                                 Fotos: Caroline von Blanckenburg, Jürgen Köhler 

Mutig und mit Schwung ins Jahr 2026

In einem gut dreistündigen Workshop "Mutig und mit Schwung - reloaded" bereiteten sich die Aktiven der Offenen Gesellschaft Langenhagen jetzt auf das Wahljahr 2026 vor. Die Teilnehmer*innen blickten zurück auf das, was sie in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt hatten - und waren selbst überrascht von der Fülle der erfolgreichen Projekte. Für die kommenden Monate entwickelten sie mögliche Veranstaltungsformate und Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit, nahmen die Vergrößerung ihres Netzwerkes in den Blick und dachten über Fördermöglichkeiten zur Realisierung von Projekten nach. Am Ende eines intensiven Nachmittags stand schließlich ein Maßnahmenplan, mit dessen Hilfe sich die Offene Gesellschaft für das einsetzen wird, was ihr am Herzen liegt: Demokratie und Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Solidarität und eine offene Gesellschaft.

Fotos: Caroline von Blanckenburg, Silke Remmert, Wolfgang Kuschel

Eine Stolperschwelle wider das Vergessen

Schüler*innen lassen ermordete Menschen nicht in Vergessenheit geraten

In Langenhagen erinnert jetzt eine „Stolperschwelle“ an die Deportation von 30 jüdischen Menschen aus dem damaligen Alters- und Pflegeheim „Feierabend“ im Eichenpark. Die Frauen und Männer wurden 1942 über das Gestapo-Sammellager Ahlem ins Warschauer Ghetto und nach Theresienstadt gebracht; bis auf zwei von ihnen wurden sie im Anschluss durch die Nationalsozialisten ermordet.

2022 bildete sich am Gymnasium Langenhagen die Projektgruppe „Erinnern“ mit dem Ziel, die NS-Zeit in Langenhagen zu recherchieren. Unterstützt wurde die Gruppe unter der Leitung von Lehrerin Dr. Maren Hoffmeister durch das frühere Ratsmitglied Dirk Musfeldt und die Bürgerstiftung Langenhagen.

Dass 80 Jahre zuvor nur 500 Meter vom damaligen Container-Campus ihrer Schule Mitmenschen deportiert worden waren, motivierte die Schüler*innen, daran zu arbeiten, dass diese Menschen nicht vergessen werden. Sie recherchierten die Geschichte jüdischen Lebens in Langenhagen und richteten Im September 2022 eine Gedenkveranstaltung mit mehr als 600 Teilnehmenden auf dem Campus im Eichenpark aus. Im Jugendparlament setzten sie sich für das Errichten eines Gedenkortes für die Deportierten ein und starteten ein Fundraising-Projekt für die Stolperschwelle. Insgesamt rund 5.000 Euro standen so zur Verfügung.

Ein Kern der Projektgruppe „Erinnern“ mit Malte Kruppa, Marit Kappler, Chiara Abbey, Daniel Wierzba, Hanna Achberger und Lorenz Rädisch besteht noch heute; viele Schüler*innen des Gymnasiums nahmen auch an der Verlegung der Stolperschwelle teil. Vor dem heutigen Anni-Gondro-Pflegezentrum verlegte Frank-Matthias Mann in Vertretung für den erkrankten Gunter Demnig die einen Meter breite Messingplatte mit einer Inschrift im Pflaster.

Als Unterstützende des Projektes nahmen unter anderem Vertreter*innen der Bürgerstiftung Langenhagen, der Städte Langenhagen und Hannover, der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten und der Offenen Gesellschaft Langenhagen an der Verlegung teil. Dirk Musfeldt hatte bereits etwa drei Wochen zuvor bei einer Veranstaltung der Offenen Gesellschaft im CCL über das Projekt und den Lebenslauf von Helene und Arthur Kleeblatt berichtet. Die frühere Geschäftsfrau und ihr Sohn gehörten zu den 30 Menschen, an die mit der Stolperschwelle erinnert wird.                                         Fotos: Falk Wook

 

Gedenkbuch Langenhagen für  die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

 

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Freundlich, fair und solidarisch

Erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt: „Fair Play für Demokratie“

Demokratie und Sport haben manches gemeinsam – beide leben vom Mitmachen und von einem fairen Miteinander, sie verbinden Menschen und schaffen Gemeinschaft, sie tun dem Einzelnen und der Gesellschaft gut. Diesen Zusammenhang erlebten mehr als 200 Schüler*innen aus Langenhagener Schulen und viele weitere Besucher*innen jetzt auf dem Langenhagener Marktplatz: Unter dem Motto „Fair Play für Demokratie“ boten die Offene Gesellschaft Langenhagen und die Per-Mertesacker-Stiftung in Zusammenarbeit mit vielen weiteren Akteur*innen hier zwei offene Soccer Courts, jede Menge Aktionen zum Mitmachen, politische Bildung und Musik an.

„Wir sind beeindruckt, wie freundlich, fair und solidarisch hier alle miteinander umgehen“: Diese anerkennenden Worte waren im Laufe des Tages immer wieder von den Mitwirkenden zu hören. Für gute Stimmung sorgten insbesondere die vielfältigen Angebote: Soccer und ein offenes Box-Training des Afrikanischen Sportvereins, der Escape-Room des Isernhagener Vereins „Politik zum Anfassen“, Graffiti-Aktion und Demokratie-Quiz, die Contact Zone der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Kooperations- und Geschicklichkeitsspiele, Runden im Kettcar und E-Sport.  

Timo Mertesacker, Bruder des Namensgebers und Vorstandsvorsitzender der Per-Mertesacker-Stiftung, berichtete von einem der erfolgreichsten Projekte der Stiftung: Über jeweils zehn Jahre begleiten ihre Mitarbeitenden benachteiligte Kinder und Jugendliche und verbessern so deren Startchancen für das weitere Leben.

Der hannoversche Rapper Spax benannte in einem Podiumsgespräch deutlich den zersetzenden Einfluss der rechtsextremen AfD auf den Zusammenhalt in der Gesellschaft, bevor Musik und Tanz am späten Nachmittag „Fair Play für Demokratie“ abschlossen. Viel Applaus gab es für Spax‘ Rap-Songs, für die Band „Sound Factory“ des evangelischen Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen mit ihren selbst geschriebenen Stücken und für die türkischen Tanzgruppen „Gürkan Bulut“.

Die Offene Gesellschaft Langenhagen dankt der Per-Mertesacker-Stiftung und der Lotto-Sport-Stiftung sowie allen Kooperationspartner*innen herzlich für ihr Engagement rund um „Fair Play für Demokratie“!      Fotos: Andrea Hesse

 

Respekt für die Menschen in Wiesenau

Banner am Quartierstreff wurde enthüllt

Ein weiteres Banner "Mit Respekt!" hängt jetzt gut sichtbar in Langenhagen: Auf Initiative von Anette Körner, Quartiersmanagerin der KSG in Wiesenau, wurde es beim Frühlingsfest des Vereins win e.V. auf dem kurz zuvor getauften "Christa-Leske-Platz" an der Freiligrathstraße enthüllt. Anwohner*innen, die regelmäßig in den Quartierstreff kommen, hatten dazu ein Wort-Bild (unten) entworfen, in dem sie das zusammenfassen, was ihnen unter dem zentralen Begriff "Respekt" wichtig ist. Gerne stellten Mieter*innen auch ihren Balkon zur Verfügung, um das Respekt-Banner der Offenen Gesellschaft Langenhagen daran zu befestigen. Mit kräftigem Ruck wurde das Banner während des Frühlingsfestes enthüllt und steht jetzt für das, was Wiesenau genauso wie jedes andere Quartier braucht: Respekt.                         Fotos: Privat, Andrea Hesse

 

Mutig, stark, beherzt für Demokratie und Respekt

Offene Gesellschaft beim Abend der Begegnung des Kirchentages

"Mutig – stark – beherzt": Unter diesem Motto beteiligte sich die Offene Gesellschaft Langenhagen am Abend der Begegnung beim Evangelischen Kirchentag in Hannover – gemeinsam mit rund 200 weiteren kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. Die Atmosphäre dieses riesigen Straßenfestes war eine ganz besondere: fantasievolle und informative Angebote, interessierte Menschen, ein tolles Bühnenprogramm und über allem ein strahlend blauer Himmel. Vor dem Stand der Offenen Gesellschaft gleich neben der Marktkirche bildete sich immer wieder eine Schlange: Viele Besucher*innen wollten sich ein Herz von einem hölzernen Spaltreifen abschlagen und freuten sich über ein knallrot glasiertes, leckeres "Herz für die Demokratie". Sie stöberten in den Schubladen der bunten OGL-Kommode, stellten viele Fragen zur Arbeit der Offenen Gesellschaft und sprachen auch viel Anerkennung für deren bisherige Projekte aus. "Gut, dass wir dabei waren", lautete am Ende des Abends das einstimmige Fazit aller Beteiligten.            Fotos: Caroline von Blanckenburg, Andrea Hesse

 

Sag uns, was DIR Demokratie bedeutet

Das Projekt Speakers' Box war ein Erfolg

 Das Projekt "Speakers' Box" der Offenen Gesellschaft Langenhagen ist ein Erfolg: Zu jedem Termin auf dem Langenhagener Marktplatz kommen Menschen, die ihre Sorge um die Demokratie, um Menschenrechte und eine solidarische Gesellschaft mit anderen Menschen teilen möchten.

"Wem tut es denn weh, wenn andere nicht so lieben und leben wie die meisten?", fragte eine Rednerin. Eine andere teilte ihre Erinnerung an das Aufwachsen in der DDR und die daraus erwachsene Wertschätzung für unsere freie Gesellschaft. Eine dritte gestand ein, dass sie manchen Forderunge im Wahlprogramm der AfD durchaus folgen könne - aber: "Das, was sie wirklich tun wollen, steht ja gar nicht drin." Schließlich berichtete eine Rednerin in sehr persönlichen Worten davon, dass sie als junge Frau in eine Partei eingetreten sei, obwohl ihr Vater aufgrund seiner Parteimitgliedschaft zehn Jahre lang als politischer Gefangener in Konzentrationslagern der Nationalsozialsten gesessen hatte. "Heute erscheint uns so etwas wieder möglich", mahnte sie.                                                                                                                                               Fotos: Andrea Hesse

 

Mit Mut und Respekt in die Zukunft

Offene Gesellschaft beim 3. Löwen-Kongress der Gesamtschulen

Rund 60 Schüler*innen der drei Gesamtschulen in Langenhagen beteiligten sich jetzt am dritten Löwen-Kongress unter dem Titel „Mit Mut in die Zukunft: Mitmachen – sich engagieren – Welt bewegen“. An zwei Tagen bearbeiteten sie in Workshops ausgewählte Aspekte zum Thema und stellten ihre Ergebnisse und Überlegungen zum Abschluss in der Aula des Schulzentrums vor.

Zu den Workshop-Leitungen gehörten auch Georg Obermayr und Christine Katzensteiner (Foto, von links) von der Offenen Gesellschaft Langenhagen. Sie bearbeiteten mit den Teilnehmenden ihres Workshops das Thema "Respekt" und trafen damit auf große Resonanz.

Was bedeutet Respekt im Umgang miteinander? Was passiert, wenn Respekt fehlt? Was ist respektvolles Verhalten für mich ganz persönlich? Welche Bedeutung hat Respekt für die Gesellschaft? Diese Fragen und mögliche Antworten darauf wurden auf großen Plakaten dargestellt (Bildergalerie unten), die während der Abschlusspräsentation Anregung für viele Gespräche boten. Inhaltliche Impulse und verschiedene Materialien aus dem Projekt "Wir in Langenhagen machen mit: Mit Respekt!" der Offenen Gesllschaft brachten Georg Obermayr und Christine Katzensteiner ein.                                      Fotos: Andrea Hesse

 

Das sollte uns unbedingt wach werden lassen ...

Langenhagen feierte ein Fest der Demokratie

Kann man Demokratie bedrohen? Etwas so Großes und so Bedeutendes? Kann man das angreifen? Man kann, und es geschieht genau in diesen Tagen.“ Mit eindringlichen Worten ging Susanne Wöbbekind in ihrer Impulsrede auf das ein, was viele Menschen in diesen Tagen umtreibt. Und sie fuhr fort: „Das sollte uns unbedingt wach werden lassen, denn es betrifft uns, persönlich, direkt.“

Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte zum Fest der Demokratie auf den Langenhagener Marktplatz eingeladen und viele Menschen aus der Region folgten dem Aufruf, gemeinsam die Demokratie zu feiern und sie so zu stärken. Gefeiert wurde mit einem anderthalbstündigen Auftritt der Brass Band Brazzo Brazzone, die trotz des Wolkenbruchs gleich zu Beginn dafür sorgte, dass niemand den Platz verließ – zu groß war die Spielfreude der sechs Musiker der „weltweit einzigen Italo World Groove Brass Band“, wie sie sich selbst bezeichnen.

Ein siebenköpfiges Team der Offenen Gesellschaft Langenhagen um „Chef“-Organisatorin Susanne Wöbbekind hatte das Fest organisiert und wurde darin von zahlreichen Einrichtungen, Vereinen, Firmen, Privatpersonen, Parteien und der Stadt Langenhagen unterstützt. Sie alle spendeten Geld oder Naturalien, um das Programm und die Verpflegung zu ermöglichen, sorgten für tolle Sachpreise für die Tombola, stellten Bühne, Knowhow, Sanitätsdienst und technisches Equipment zur Verfügung oder unterstützten das Demokratiefest durch tatkräftige Mithilfe. Egal, ob am großen „Menschenkicker“, am Getränketresen, am Mischpult, beim Verkauf von Losen oder am Infostand zur Europapolitik – überall waren Menschen mit Freude und Engagement für die Feier der Demokratie unterwegs.

Allen gemeinsam war der Wunsch, in Gesprächen dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, die Demokratie nicht als gottgegeben hinzunehmen, sondern für sie einzustehen – sei es durch Solidarität mit Menschen, die als ehrenamtlich Tätige beschimpft und angegriffen werden, sei es durch Widerrede gegenüber rassistischen Entgleisungen oder durch das Kreuz bei einer demokratischen Partei auf dem Wahlzettel zur Europawahl.

Zum Ende des Festes gab es durchweg positive Rückmeldungen: Viele Gespräche wurden geführt, Würstchen und Limo schmeckten, die Atmosphäre war entspannt und heiter und gegen Ende sorgten auch noch das Akkordeonorchester Langenhagen, die Chorklasse der Grundschule Godshorn und der Shanty-Chor „Störtebäcker“ für Stimmung.

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an alle, die das Fest der Demokratie ermöglicht haben!

                                                                                             Fotos: Dirk Lange (17), Andrea Hesse (3) Caroline von Blanckenburg (2)

 

Das Fest der Demokratie auf Instagram: @offene_gesellschaft_lgh • Instagram-Fotos und -Videos

 

"Protest in Duitsland vanwege opkomst AfD"

Der niederländische Fernsehsender NOS, einer der reichweitenstärksten Sender für Nachrichten und Sport in den Niederlanden, hat die Demo der Offenen Gesellschaft Langenhagen "Schulterschluss gegen rechts" am 24. Februar begleitet. Daraus entstanden ist ein Beitrag für ein Format, das etwa den deutschen Tagesthemen entspricht. Der Beitrag war nach Mitteilung von Reporterin Saskia Dekkers in den Niederlanden sehr erfolgreich. Auch dort sind die Menschen auf der Suche nach Möglichkeiten, sich gegen die zunehmende Ausbreitung rechtsextremer Forderungen zur Wehr zu setzen. 

Wir freuen uns sehr über das Interesse an unseren Aktivitäten, das unsere Nachbar*innen zeigen! 

"Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz"

1500 Menschen beim Schulterschluss gegen Rechtsextremismus

"Ich habe die Warnung der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer gehört, als sie sagte: 'Wir müssen achtsam sein. Wir müssen menschlich sein'", rief Karlotta Hamburg den Demonstrant*innen zu, die sich am Wochenende auf dem Langenhagener Marktplatz versammelten. "Seid Menschen", fuhr die Schülervertreterin fort. "Nie wieder wollen wir ohne eine Demokratie leben, in der alle einen Platz haben. In der Menschenrechte geachtet werden, in der wir alle menschlich miteinander umgehen. Wir sind heute hier, um für die Menschen zu kämpfen. Wir sind heute hier, um für die Menschenrechte einzustehen. Wir sind heute hier, um das zu schützen: unsere Demokratie! Unsere Vielfalt! Unsere Zukunft! "

Unter der Überschrift "Schulterschluss gegen rechts. Bunte Hunde statt braune Kläffer" hatte die Offene Gesellschaft Langenhagen zur Demonstration aufgerufen, unterstützt von mehr als 20 Einrichtungen und Organisationen in Langenhagen. Ein Orga-Team um Susanne Wöbbekind hatte die Veranstaltung vorbereitet und rund 1.500 Menschen aus der Stadt und den benachbarten Kommunen folgten dem Aufruf. Sie zeigten Gesicht gegen Rechtsextremismus und Demokratieverachtung und für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft.

"Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz": Diesen eindringlichen Appell sprach der hannoversche Rapper Spax aus und erntete großen Applaus. "Gemeinsam sind wir gegen eine Politik der Lügen, der Täuschungen und der Angst. Gemeinsam erteilen wir denen eine Absage, die von Diskriminierung, Vertreibungen und Deportationen schwurbeln. Gemeinsam treten wir gegen die auf, die unsere Demokratie verächtlich machen", rief Wolfgang Kuschel von der Offenen Gesellschaft in die Menge. "Unsere Gesellschaft wird bedroht, unsere Demokratie wird bedroht. Und die Bedrohung hat einen klaren Namen und wir müssen es aussprechen: Es ist die AfD!", so der Landtagsabgeordnete Tim Wook. 

"Hoffnung macht uns, dass die Welle der Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und Remigrationspläne nicht abebbt – auch an diesem Wochenende sind wieder zehntausende von Menschen in diesem Sinne unterwegs. Hoffnung macht auch die zunehmende Vernetzung zivilgesellschaftlicher Initiativen gegen Rechtsextremismus – so hat das Recherchenetzwerk Correctiv das 'neue Hobby Demokratie' ausgerufen", erklärte Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen in ihrem Abschluss-Statement.  

Groß war die Freude im Orga-Team der Offenen Gesellschaft über die starke Beteiligung - seit 20 Jahren hatte es keine Kundgebung dieser Größenordnung mehr in Langenhagen gegeben. Einen Dank richtet das Team auch an verschiedene Bündnisse gegen Rechtsextremismus in der Region, die die Langenhagener unterstützten - unter anderem die OMAS GEGEN RECHTS und das hannoversche Bündnis "Auf die Plätze!". Und das Engagement gegen Rechtsextremisten und ihren parlamentarischen Arm, die AfD, geht weiter: am Samstag, 2. März, um 11 Uhr auf dem Marktplatz in Altwarmbüchen und am Samstag, 16. März, um 16 Uhr vor dem Rathaus in Mellendorf.

                                                                                                           Fotos: Caroline von Blanckenburg, Jürgen Köhler, Henning Scholz

 

#ZusammenGegenRechts - Demo finden oder anmelden

 

Bunte Hunde statt braune Kläffer!

Schulterschluss gegen rechts startet mit mehr als 100 Menschen

Sie alle haben erkannt, dass es höchste Zeit ist, etwas für die Demokratie zu tun: 110 Menschen aus Langenhagen, einige auch aus umliegenden Kommunen, kamen am Freitag im Alten Ratssaal im Haus der Jugend zusammen. Eingeladen hatte sie die Offene Gesellschaft Langenhagen, die mit dieser Auftaktveranstaltung das Projekt „Bunte Hunde statt braune Kläffer!“ startete.

Eine Arbeitsgruppe aus den Reihen der Offenen Gesellschaft hatte das Treffen vorbereitet mit dem Ziel, einen Langenhagener Schulterschluss gegen rechts ins Leben zu rufen. „Wir wollen dafür sorgen, dass wir gut miteinander ins Gespräch kommen – in aller Vielfalt, in der wir hier heute versammelt sind“, eröffnete Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft den Abend. Spax, Rapper aus Hannover, verstärkte diesen Impuls und machte sehr deutlich, wie stark unsere Gesellschaft von Vielfalt profitiert und wie widerwärtig brutal die Deportationspläne sind, die die AfD gemeinsam mit Rechtsextremisten schmiedet.

In kleinen Gruppen sammelten die Teilnehmenden mögliche Aktionsformen für den Schulterschuss gegen rechts; bei einem zweiten Treffen im Februar soll dann die Arbeit an der konkreten Umsetzung beginnen.

Spax und verschiedene Teilnehmende machten deutlich, dass große Demonstrationen sehr wichtig sind, dass darüber hinaus aber immer wieder das Gespräch mit verunsicherten Menschen gesucht werden muss. „Wir sind zwar mehr, aber das wird uns nicht helfen, wenn nicht alle von uns auch wählen gehen“, erklärte ein Teilnehmer. „Wir müssen aufklären darüber, wie der Nationalsozialismus in der Weimarer Republik wachsen konnte“, betonte eine Teilnehmerin und wies auf aktuelle Entwicklungen hin, die sie fatal an die 1920er Jahre erinnerten.

Eine wichtige Rolle an diesem Abend spielte der Gedanke der Vernetzung: Die Offene Gesellschaft könne ihre Erfahrung in der Organisation von Projekten, (Wo-)manpower und eine gute Vernetzung einbringen, erklärten Mitglieder der Vorbereitungsgruppe. Wichtig sei aber, dass auch viele Menschen in der Stadt den Kampf gegen die Verächtlichmachung der Demokratie als eigenes Anliegen begreifen und aktiv werden. „Bunte Hunde gegen braune Kläffer!“ kann dabei helfen: „Ich habe an diesem Abend eine gute, verbindende Stimmung wahrgenommen“, sagt Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft.

Mut macht auch, dass Vertreterinnen und Vertreter aus ganz verschiedenen Organisationen die Impulse aufgriffen und eigene Aktivitäten ins Auge fassten. Das Projekt „Bunte Hunde statt braune Kläffer!“ wird dabei eine Klammer bilden, wie Linda Töllner und Jürgen Köhler von der Offenen Gesellschaft erklärten.

Die mehr als 100 Teilnehmenden im Alten Ratssaal dankten der Offenen Gesellschaft für die Initiative und den starken Impuls zum Auftakt. „Zusammen ist man weniger allein“: Dieser Buch- und Filmtitel trifft auch dann zu, wenn es darum geht, Demokratie und friedliches Zusammenleben gegen die AfD und andere Rechtsextremisten zu verteidigen – im Kleinen in Langenhagen wie auch im Großen auf Landes- und Bundesebene.                                     Fotos: Caroline von Blanckenburg

 

"Gemeinsam stehen wir für Demokratie ein"

Zum Abschluss eines jeden Jahres feiert der Verein win e.V. auf dem Quartiersplatz Wiesenau mit Nachbar*innen, ehrenamtlich Aktiven, Kooperationspartnerinnen, Unterstützern aus Politik und Stadtgesellschaft und allen, die in vorweihnachtlicher Atmosphäre einen schönen Abend in Gemeinschaft verbringen möchten, das „Wintergrillen“. Dies bietet vielen Menschen die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und bei Grillwurst und heißen Getränken bewährte Kontakte zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.

Den Erlös aus den Spenden, die an diesem Abend von den Gästen gewährt werden, spendet win e.V. wiederum an eine andere Einrichtung oder einen anderen Verein in Langenhagen. Beim „Wintergrillen“ 2023 wurden insgesamt 337 Euro gespendet; diese Summe wurde nun an die Offene Gesellschaft Langenhagen weitergegeben.

„Die Offene Gesellschaft Langenhagen und win e.V. stehen für die gleichen Werte ein: Vielfalt, Toleranz, Gemeinschaft“, sagt Anette Körner, Quartiersmanagerin in Wiesenau. „Daher möchten wir nicht nur Geld spenden, sondern zukünftig auch enger miteinander kooperieren.“ Eine Zusammenarbeit mit der Offenen Gesellschaft Langenhagen hat bereits stattgefunden, etwa in den Wochen gegen Rassismus im März vergangenen Jahres oder während der Interkulturellen Woche im September 2023. Diese Zusammenarbeit soll nun ausgebaut werden. Gemeinsame Aktivitäten, sei es für das Quartier Wiesenau oder innerhalb des von der Offenen Gesellschaft initiierten Projektes „Bunte Hunde statt braune Kläffer – Lagenhagener Schulterschluss gegen rechts“ sind bereits in der Planung.

„Gemeinsam stehen wir für die Demokratie ein und verbinden Menschen miteinander“, so Körner. „Nur im Miteinander kann es gelingen, Vorurteile und Ressentiments gegenüber anderen Menschen zu überwinden.“

Bei der Übergabe eines symbolischen Schecks im Quartierstreff bedankten sich Vertreter*innen der Offenen Gesellschaft herzlich für die Spende und die dahinter stehende Solidarität. „Unsere Zusammenarbeit wird alle Beteiligten stärken“, ist Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft sicher. Das Spendengeld wird in das Projekt „Bunte Hunde statt braune Kläffer“ fließen.

 

Ein Platz für Vielfalt und Respekt

Drei neue Regenbogenbänke für Langenhagen

Drei neue Regenbogenbänke für Langenhagen entstehen gerade in der Werkstatt von Bernd und Susanne Wöbbekind: Mitglieder der Offenen Gesellschaft Langenhagen grundieren und lackieren hier die massiven Holzbänke aus regionaler Erzeugung mit umweltfreundlichen, haltbaren Farben. Wenn die Regenbogenfarben am Ende getrocknet und die Bänke zusammengebaut sind, werden sie noch ein Schild an die Rückenlehne bekommen: "Ein Platz für Vielfalt und Respekt!"

Nach der Übergabe durch die Offene Gesellschaft werden die drei Bänke gut sichtbar auf Privatgrundstücken stehen und für das Anliegen werben, das durch die Regenbogenfarben symbolisiert wird: Willkommen sind hier alle, die anderen mit Respekt begegnen und sich für eine vielfältige, solidarische Gesellschaft einsetzen. 

Die Regenbogenbänke sind Teil der Kampagne "Wir in Langenhagen machen mit: Mit Respekt!" Für jeweils 350 Euro können sie bei der Offenen Gesellschaft erworben werden, um sie an einem Platz eigener Wahl aufzustellen. Anfragen gerne an [email protected].                                                                 Fotos: Susanne Wöbbekind, Andrea Hesse

 

Publikumspreis für das Video der Offenen Gesellschaft

Preisgeld fließt in ein neues Projekt

Es hat geklappt und wir freuen uns sehr: Das Video der Offenen Gesellschaft Langenhagen im Wettbewerb "#1 Minute gegen Rassismus" hat den Publikumspreis gewonnen! Genau 495 Menschen stimmten für unseren Beitrag zum Thema "Wenn ich Bürgermeister*in von Langenhagen wäre ..."  ein dickes Dankeschön dafür!

Was wir mit den 200 Euro Preisgeld machen, steht noch nicht fest; sicher aber ist, dass sie in eines unserer kommenden Projekte fließen werden und damit wieder Langenhagen zugutekommen. Und: Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner*innen der drei Jury-Preise, die ebenfalls überzeugende Videos gegen Rassismus in unserer Stadt eingereicht hatten. 

Danke auch an die Stadt Langenhagen und insbesondere an Justyna Scharlé, die rund um die Preisvergabe eine tolle Veranstaltung in der Denkstube am Ada-Lessing-Platz organisiert hatten. Hat Spaß gemacht!

                                                                                                                                 Fotos: Caroline von Blanckenburg, Maximilian Voigt

Großer Applaus für Sound of Hope

Offene Gesellschaft holte internationales Bandprojekt ins MONOPOL

Aus Anlass der Internationalen Wochen gegen Rassismus hatte die Offene Gesellschaft Langenhagen jetzt ins MONOPOL eingeladen; zu Gast war die Band „Sound of Hope“. Seit 2015 machen die Musiker*innen aus sechs Herkunftsländern in wechselnder Besetzung gemeinsam Musik, bringen dabei musikalische Einflüsse aus ihrer Heimat mit ein.

Mehr als 50 Besucher*innen erlebten im MONOPOL ein abwechslungsreiches Programm: Ukrainische Volkslieder, Popsongs und traditionelle Stücke aus verschiedenen Ländern wechselten einander ab, oftmals mit ungewöhnlicher Instrumentierung.

Für Sängerin Kateryna Korniienko aus der Ukraine, Bandleader Albrecht von Blanckenburg und die weiteren sechs Musiker*innen gab es großen Applaus, fürs Publikum nach einem fast zweistündigen Programm noch eine Zugabe.

In kurzen Interviews, die Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft mit den Musiker*innen führte, wurde deutlich, welch große Bedeutung das Bandprojekt für alle Mitglieder hat – neben der Möglichkeit, Gefühle musikalisch auszudrücken, bietet es ihnen auch Kontakt, Zusammenhalt, Unterstützung in persönlichen Krisen und immer wieder Freude an der Gemeinschaft.

Ein dickes Dankeschön richtete die Offene Gesellschaft zum Abschluss des Abends nicht nur an Sound of Hope, sondern auch an das unkomplizierte, professionelle Team vom MONOPOL sowie den Langenhagener Präventionsrat und die Bürgerstiftung für die großzügige finanzielle Unterstützung.                                                                Fotos: Rostyslav Brazhkin

 

Wie drehe ich ein Video über Demokratie?

Wie drehe ich ein Video über Demokratie? Und was bedeuten Grundrechte eigentlich für mich? Der Friedrich Verlag hat den Autor, Regisseur und YouTuber Joseph DeChangeman gefragt, wie er zur Idee für sein Video-Projekt „7 Tage ohne Demokratie“ kam und ob Schüler*innen so ein Video auch selbst im Geschichts- oder Politikunterricht drehen können. Seine Antwort: na klar!

2020 hatte DeChangeman das 15-minütige Video „7 Tage ohne Demokratie“ auf Anregung und in Zusammenarbeit mit der Offenen Gesellschaft Langenhagen gedreht. Gefördert wurde das Projekt durch den Landespräventionsrat Niedersachsen, die Bürgerstiftung Langenhagen und den Präventionsrat Langenhagen. „In einer Viertelstunde habe ich mehr gelernt als in einem halben Jahr Politikunterricht“, sagte Carolin Scholz vom Landespräventionsrat zur Veröffentlichung des Videos.

Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft Langenhagen, die das Video-Projekt intensiv begleitete, sagte im Dezember 2020: „Der Film wird uns überleben“, da die Aussagen von DeChangeman zu Demokratie und Grundrechten allgemeingültig und zeitlos seien. Wie recht sie damit hatte, zeigt das neue Video. 

Die erste Regenbogenbank steht am Kirchplatz

In Langenhagen gibt es die erste Regenbogenbank im öffentlichen Raum: In dieser Woche übergaben Vertreter*innen der Offenen Gesellschaft Langenhagen die leuchtend bunte Bank an die Elisabeth-Kirchengemeinde – als Dank dafür, dass die Initiative schon seit fünf Jahren ihren Sitz am Kirchplatz hat und die Gemeinderäume nutzen darf.

„Die Bank passt zu unserem aktuellen Projekt ‚Wir in Langenhagen machen mit: Mit Respekt!‘“, erklärte Renate Siebler von der Offenen Gesellschaft bei der Übergabe der Bank. „Wir wollen damit auf die bedrückende Entwicklung des öffentlichen Umgangs miteinander reagieren: den zunehmend rauen Ton, die Geringschätzung und Demütigung Andersdenkender bis hin zu körperlichen Angriffen, die massiven Aufrufe zu Hass und Hetze in den sozialen Medien. Dies betrifft auch die queere Community: 2021 gab es bundesweit etwa 1.000 gemeldete queerfeindliche Gewalttaten, die Dunkelziffer dürfte sehr viel höher liegen.“

Mit der Elisabeth-Kirchengemeinde beteiligen sich mittlerweile 20 Langenhagener Vereine, Verbände und Institutionen am Projekt „Mit Respekt!“. Die sechs Regenbogenfarben, in denen Mitglieder der Offenen Gesellschaft die massive Holzbank aus regionaler Erzeugung vor der Übergabe lackiert hatten, symbolisieren das, worauf auch eine Plakette an der Rückenlehne hinweist: einen Platz für Vielfalt und Respekt.

Ermöglicht wurde das Projekt Regenbogenbank durch Fördermittel des Niedersächsischen Sozialministeriums und einen Eigenbeitrag der Offenen Gesellschaft Langenhagen. Einen Dank richtete Renate Siebler auch an den Verein „EinzigArtig“, der in der Wedemark bereits mehr als 20 Regenbogenbänke aufstellte und damit das Vorbild für Langenhagen lieferte; an die Firma Holzland Stoellger, die beim Erwerb der Bank unterstützte, und an den Malermeisterbetrieb Wöbbekind, der für die richtigen Farben sorgte.

Die Offene Gesellschaft hofft, dass es auch in Langenhagen bald viele Regenbogenbänke gibt, die queeren und allen anderen Menschen, die sich hier niederlassen wollen, ein Willkommensgefühl vermittelt. Interessierte können sich per Mail an [email protected] an die Offene Gesellschaft wenden und für einen Kostenbeitrag von 350 Euro eine Regenbogenbank erstehen.                                                                Fotos: Oliver Krebs, Andrea Hesse, Jürgen Köhler 

 

„Wir brauchen solche Orte der Begegnung“

Eindrücke vom "Tag der offenen Gesellschaft" im Rathaushof

Von heiter bis Tränen in den Augen war an diesem Vormittag alles dabei: Die Offene Gesellschaft Langenhagen hatte unter der Überschrift „Wir machen Platz füreinander!“ geflüchtete Menschen und ihre Gastgeber*innen zum Brunch in den Rathaushof eingeladen. Gäste aus der Ukraine nutzten die Gelegenheit, miteinander zu reden und zu essen und von ihrer aktuellen Situation zu erzählen – vom dringenden Wunsch, in die Heimat und zu den geliebten Menschen zurückzukehren, bis zur Dankbarkeit dafür, nach großer Not in Langenhagen freundlich aufgenommen worden zu sein.

Begrüßt wurden die Gäste unter anderem vom Vorsitzenden des Integrationsbeirates der Stadt Langenhagen, Erwin Eder. Oksana Janzen vom Ukrainischen Verein Niedersachsen wies darauf hin, dass es so wichtig sei, weiterhin zu unterstützen und dankte für die große Hilfsbereitschaft bisher. Es folgte ein Interview mit Frau Seeska und ihren ukrainischen Gästen, dem die Menschen im Rathaushof interessiert folgten. 

Olena Gaschutin unterstützte bei der Übersetzung der Dialoge vom Ukrainischen ins Deutsche und umgekehrt. Tanztherapeutin Amelie von Blanckenburg leitete zwei Kreistänze an, die viel zur heiteren Stimmung beitrugen. 

Je länger der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine andauert, desto wichtiger wird es, nicht zur Tagesordnung überzugehen und immer wieder an diese menschengemachte Katastrophe zu erinnern: „Wir brauchen solche Begegnungsorte im öffentlichen Raum“, waren sich Organisator*innen und Besucher*innen einig.                                                  Fotos: Andrea Hesse

 

Fünf Jahre Offene Gesellschaft Langenhagen

… und das Klavier ist wieder da!

Zwei Jahre lang musste das Offene Klavier vom Langenhagener Marktplatz im Winterlager bleiben, nun ist es wieder da: Seit dem 5. Mai steht es allen Menschen, die darauf spielen möchten, zur Verfügung. Montags bis samstags, jeweils von 11 bis 20 Uhr, ist das Klavierhäuschen geöffnet – auch dank der Unterstützung durch die Mitarbeitenden des Restaurants Shiva Curry, die die Türen morgens aufschließen, und dank Achim Lampe, der am Marktplatz wohnt und regelmäßig abends wieder abschließt. „Das ist wirklich klasse und wir freuen uns sehr über dieses Engagement“, sagt Georg Obermayr, der das Offene Klavier gemeinsam mit weiteren Aktiven der Offenen Gesellschaft betreut. Für jeden letzten Freitag im Monat um 17 Uhr ist auch wieder das offene Singen geplant; erstmals findet es am 27. Mai statt.

Im Mai 2018 war das Offene Klavier mit Auftritten von Matthias Brodowy und Albrecht von Blanckenburg eröffnet worden; 2020 und 21 musste es dann aufgrund der Pandemie im Winterlager im CCL bleiben. In dieser Zeit gingen immer wieder Anfragen bei der Offenen Gesellschaft ein, wann es denn endlich wieder zur Verfügung stehe – viele Menschen in Langenhagen vermissten die Möglichkeit, dort zu spielen oder auch einfach zuzuhören.

Am 5. Mai war es jetzt soweit: Die Offene Gesellschaft Langenhagen feierte ihren fünften Gründungsgeburtstag mit einem Glas Sekt am Klavier, dazu spielte Bernd Schneider ein paar ausgewählte Lieblingslieder. „Als wir die Offene Gesellschaft Langenhagen vor fünf Jahren ins Leben riefen, haben wir noch gar nicht daran gedacht, dass sie so viel anstoßen und in Gang bringen könnte“, sagten Insa Becker-Wook und Andrea Hesse. Sie erinnerten an Aktivitäten wie den Flashmob im CCL zur Landtagswahl, die Ausrichtung des Europa-Festes auf dem Langenhagener Marktplatz, den Bürger:innen-Brunch in der Elisabethkirche, die Kampagne „Mit Respekt!“, zahlreiche Konzerte mit internationalen Künstler:innen, Kundgebungen, Lesungen, Infostände – und natürlich das Offene Klavier, das vielen Menschen ans Herz gewachsen ist.   

                                                                                                             Fotos: Andrea Hesse, Walter Euhus, Caroline von Blanckenburg

 

Fake News im Netz – Tipps von MrWissen2go

Offene Gesellschaft und VHS hatten den bekannten YouTuber eingeladen

Man muss nicht unbedingt IT-Spezialistin sein, um Fake News im Netz auf die Spur zu kommen – das machte MrWissen2go alias Mirko Drotschmann seinem Publikum im Theatersaal Langenhagen klar. Oft helfen schon der genaue Blick aufs Impressum einer Website, auf die Autorin oder den Autor, das Anklicken von Links oder die Bildersuche rückwärts auf Google, mit der man herausfinden kann, in welchen anderen Zusammenhängen ein Foto bereits verwendet wurde. Vielleicht hilft es auch schon, ganz genau hinzugucken – dann zeigt sich z.B., dass ein zehntausendfach geteiltes Video von dunkelhäutigen Männern, die einen italienischen Polizeiwagen zertrümmern, aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Links am Bildrand sind ein Reflektor und eine Tonangel zu sehen: Geteilt wurde ein Ausschnitt aus Dreharbeiten, der zertrümmerte Wagen gehörte zum Drehbuch. Trotzdem wurde das Video dazu genutzt, Geflüchtete als gewalttätig und gefährlich darzustellen.

 

Im nahezu ausverkauften Theatersaal erzählte MrWissen2go von seinen beiden erfolgreichen öffentlich-rechtlichen YouTube-Kanälen, die insgesamt 2,3 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten haben. Er stellte konkrete Fälle von Falschnachrichten oder Fake News vor und erklärte, was sie in Zeiten der sogenannten Sozialen Medien so gefährlich macht. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler ebenso wie Ältere folgten ihm konzentriert über rund zwei Stunden, stellten viele Fragen und erzählten aus ihrer eigenen Wahrnehmung. Moderiert von Gesa von Blanckenburg und Julius Richter bekam die gemeinsame Veranstaltung der Offenen Gesellschaft Langenhagen mit der VHS Langenhagen am Ende Bestnoten: Online stimmten die Teilnehmer*innen im Theatersaal und im Livestream ab und vergaben mit großer Mehrheit die Note 1.

 

Ein dickes Dankeschön der Vorbereitungsgruppe, in der sich insbesondere Caroline von Blanckenburg von der Offenen Gesellschaft Langenhagen und Shirin Schikowski von der VHS engagiert hatten, ging am Ende an die Hertie-Stiftung und den Präventionsrat Langenhagen, die die Veranstaltung finanziell ermöglicht hatten. MrWissen2go sorgte für einen sehr nachdenklichen Schlusspunkt: Antijudaismus und Antisemitismus, praktiziert und verbreitet seit dem 2. Jahrhundert über das Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, beruhten auf einer der ältesten, wirkungsvollsten und verhängnisvollsten Fake-News-Kampagnen der Welt – Fake News, die in ihrer Menschenfeindlichkeit wohl einzigartig sind und Millionen Tote forderten.

                                                                                                                                              Fotos: Andrea Hesse (6), André Schweigler (1)

 

7 Tage ohne Demokratie ist online!

Bitte teilt den Link und macht Werbung für dieses Video. O-Ton Carolin Scholz, Landespräventionsrat Niedersachsen:

"Wenn es dieses Video früher gegeben hätte, hätte ich mir ein halbes Jahr Politikunterricht sparen können."

 

Langenhagen – gemeinsam und bunt

Mehr als 200 Menschen beim Brunch in der Elisabeth-Kirche

„Wann macht ihr so etwas wieder?“ Der große Brunch „#langenhagen.gemeinsam.bunt“ in der Elisabeth-Kirche war noch nicht vorüber, da tauchten schon erste Fragen nach einer Wiederholung auf. Mehr als 200 Menschen waren am Sonntagvormittag in die Langenhagener Kirche gekommen, um hier gemeinsam zu essen, miteinander zu reden und zu singen – an einem besonderen Ort.

Sie habe sich schon lange gewünscht, Menschen aus der Stadt zu einem gemeinsamen Essen in der Kirche zusammenzubringen, begrüßte Pastorin Bettina Praßler-Kröncke die Brunch-Gäste. Die zum 150. Kirchweihjubiläum leer geräumte Kirche biete dafür einen wunderbaren Rahmen. Als Mitveranstalterin hatte Praßler-Kröncke die Initiative „Offene Gesellschaft Langenhagen“ ins Boot geholt, die sich seit mehr als zwei Jahren in vielen öffentlichen Aktionen für den Zusammenhalt der Gesellschaft und gegen Ausgrenzung und Herabwürdigung von Menschen engagiert.                                                                                                                                                Foto: Andrea Hesse

„Ich will Europa stärken“

Hunderte feiern beim Europafest der Offenen Gesellschaft Langenhagen

„Musik, Theater, Sport und Spiel; dazu ganz viele Gespräche über Europa – die Mischung hat gestimmt.“ Susanne Wöbbekind von der Offenen Gesellschaft Langenhagen ist zufrieden: Obwohl das Wetter ruhig etwas sommerlicher hätte sein können, kamen ein paar hundert Langenhagener aller Generationen zum Europafest der Offenen Gesellschaft Langenhagen auf dem Marktplatz zusammen und ließen Europa und die Europäische Union hochleben. Die Knirpse vom KITA-Zirkel Langenhagen waren ebenso dabei wie die OMAS GEGEN RECHTS, die sich gegen den wachsenden Rechtspopulismus positionierten. Festbesucher Dr. Wolfgang Brörken sagte es so: „Ich bin hier, weil mir die gegenwärtige Entwicklung Sorge bereitet und ich Europa stärken will.“

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"Ein offenes Klavier für Langenhagen"

250 Menschen feiern das offene Klavier

Langenhagen hat jetzt ein offenes Klavier: Rund 250 Menschen feierten die Einweihung des Instruments auf dem Marktplatz mit einem fröhlichen Fest. „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“, zitierte Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen E.T.A. Hoffmann, einen Schriftsteller und Komponisten der Romantik. „Gemeinsam musizieren, singen, tanzen oder einfach nur zuhören und dabei sein hilft uns, scheinbar Trennendes zu überwinden.“

 Der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy knüpfte daran an und erzählte von ganz besonderen Erfahrungen, die er dank der Musik machen konnte. Großen Applaus gab es für sein Langenhagen-Lied, das wie gemacht war für diesen heiteren, sonnigen Abend an Langenhagens neuem Klavier. Zum Dank überreichte ihm Renate Siebler von der offenen Gesellschaft einen kleinen Flügel, gestaltet in den gleichen Farben wie das große Klavier, das ab sofort seinen Standort in einem wetterfesten Haus auf dem Marktplatz hat. Ein liebevoll gestaltetes Klavier gab es auch für Roman Sickau, Mitarbeiter der Langenhagener Verwaltung, der das Projekt mit großem Engagement unterstützt hatte.

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