Herzlich willkommen: Bei uns kann man mitmachen!

Regelmäßig einmal monatlich kommt die Offene Gesellschaft Langenhagen zusammen, um Themen zu diskutieren, Aktivitäten zu planen, sich auf Positionen zu verständigen, Aktuelles zu besprechen ...

 

Termin: jeweils letzter Freitag im Monat

Uhrzeit: 16.00 Uhr

Ort: Gemeindehaus der Elisabeth-Kirchengemeinde, Kirchplatz 7, 30853 Langenhagen

Ausnahme: Feiertage, evtl. Schulferien


Nächstes Treffen: Freitag, 28. Juni 2019, 16 Uhr

Offenes Singen am Klavier: Freitag, 5. Juli 2019, 17.00 Uhr

#langenhagen.gemeinsam.bunt

BürgerInnen-Brunch vor oder in der Elisabeth-Kirche

Sonntag, 29. September 2019, 11.30 - 14.00 Uhr

 

IBAN unseres Spendenkontos: DE44 2519 0001 0785 9252 00

Leider können wir keine Spendenbescheinigungen für das Finanzamt ausstellen.


Kuelap del Peru auf dem Langenhagener Marktplatz

Fotos: Caroline von Blanckenburg

Politische Übel wurden vom Sockel gefegt

Organisator*innen danken allen, die dabei waren

Beim „Menschenkicker“, so eine Art lebendiger Krökeltisch, erkämpfte sich unter den wachsamen Augen von Schiedsrichterin Barbara Schikowsi die Mannschaft des TSV Godshorn vor der des SCL und anderen Langenhagener Vereinen den begehrten, handsignierten Fußball von Hannover 96 und ein ebenfalls signiertes Trikot der Roten.

Den Auftakt zum Fest hatte zuvor das Jugendblasorchester der Stadt Langenhagen gemacht, das unter der Leitung von Claudius Netzel die Europahymne anstimmte. Die von Linken, SPD, Grünen und FDP gesponserte hannoversche Studentenband „Mariposa“ begeisterte ihr Publikum mit perfekt instrumentierter europäischer und internationaler Musik, gut abgemischt von der Tontechnik-AG der IGS Langenhagen. Viel Spaß hatten die jüngeren Gäste auf dem Marktplatz mit einem improvisierten Märchen, das der langjährige IGS-Theaterpädagoge Hendrik Becker mit zwei Schauspielerinnen inszenierte – ein bisschen schräg und herrlich anders als die Märchen in den dicken Büchern. Großen Applaus gab es auch für die Breakdance-Gruppe „Spoiled Young“ und einen Flashmob in blauen Europa-Westen.

Natürlich kam bei diesem Fest auch die Politik nicht zu kurz – die Organisator*innen hatten das Fest unter der Überschrift „Du bist Europa“ bewusst überparteilich, aber nicht unpolitisch geplant. Alle für das Europäische Parlament kandidierenden demokratischen Parteien informierten über ihre Positionen für die Wahl am kommenden Sonntag und boten Aktionen zum Mitmachen an. Wer wollte, konnte dabei an den Ständen der Parteien und der Gruppe „Politik zum Anfassen“ viel über Europa lernen oder bei entsprechender Treffsicherheit mit einem kräftigen Wurf Rassismus, Rechtspopulismus und andere politische Übel in Form von Blechdosen vom Sockel fegen.

Hauptorganisatorin Susanne Wöbbekind wollte zum Ende des Festes, das viel positive Resonanz auslöste, nur noch eines loswerden: „Ein riesengroßes Dankeschön den vielen Helferinnen und Helfern, Sponsorinnen und Sponsoren. Wenn unser Fest einige Menschen motiviert hat, am nächsten Sonntag zur Wahl zu gehen und europafreundlich zu wählen, dann hat es seinen Zweck erfüllt. Freude gemacht hat es auf alle Fälle.“          Fotos: Caroline und Hartmut von Blanckenburg, Lea Siebler

"Rechtspopulismus ist der Steigbügelhalter"

Wilfried Manneke berichtet von seinem Kampf gegen Rechtsextremisten

"Wir haben dieses Thema nicht aus freien Stücken gewählt“, sagt Pastor Wilfried Manneke. „Wir haben es hier vorgefunden und haben uns von einem Wort aus der Bibel leiten lassen: ‚Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu.‘“ (Prediger 9, Vers 10)

Seit mehr als 20 Jahren tut Manneke in der Lüneburger Heide das, was ihm vor die Hände kommt: Gemeinsam mit vielen anderen bietet er Rechtsextremisten die Stirn, macht auf ihre Umtriebe aufmerksam und protestiert gegen ihre Aktivitäten. Jetzt war Manneke, der seit der Veröffentlichung seines Buches „Guter Hirte, braune Wölfe“ (Droemer Knaur) ein deutschlandweit gefragter Referent ist, mit einem Erfahrungsbericht in Langenhagen zu Gast. Gemeinsam eingeladen hatten ihn der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen, die Elisabeth-Kirchengemeinde und die Offene Gesellschaft Langenhagen.

Die Landkarte der Region zwischen Hannover und Hamburg, die Wilfried Manneke an die Wand projiziert, ist übersät mit roten Kreisen: Jeder markiert einen Ort, an dem Neo-Nazis aktiv sind oder waren. Hetendorf 13, Snevern Jungs und Düütsche Deerns, Division 88, die Freien Kräfte Celle und der Hof Nahtz gehören dazu – Kameradschaften, Schulungszentren und Treffpunkte für Rechtsrock-Konzerte, Erntefeste und Sonnwendfeiern. „Es gab für mich keine Alternative zum Widerstand“, sagt Manneke, der als Auslandspastor in Südafrika das Menschen verachtende Apartheid-System erlebt hatte. Als Gemeindepastor in Unterlüß schloss er sich dem Widerstand gegen das Schulungszentrum in Hetendorf an – in dem Dorf in der Nähe von Hermannsburg hatte der rechtsextreme Anwalt Jürgen Rieger bereits 1978 das Heideheim mit 300 Betten gegründet, um hier rechtsextremistischen Nachwuchs zu trainieren. Erst 1998 wurde das Zentrum vom niedersächsischen Innenministerium verboten.

Ende der 1990er Jahre weiteten die Rechtsextremisten in der Südheide ihren Einfluss zunehmend aus: „Mehr als zehn Jungs aus Unterlüß, von denen ich die meisten im Jahr zuvor konfirmiert hatte, wurden in dieser Zeit in die rechte Szene gezogen“, erinnert sich Manneke. Bomberjacken, Springerstiefel, Musik und das Versprechen von Kameradschaft und Zugehörigkeit zogen sie an; vom Grauen in Bergen-Belsen, das nur wenige Kilometer von ihrem Heimatort stattgefunden hatte, wussten sie nichts. Als Reaktion auf die Ereignisse sei das Unterrichtsthema Nationalsozialismus an den Schulen im Umfeld von der achten auf die sechste Klasse vorgezogen worden – dringend notwendig, findet Wilfried Manneke. Die etwa 65 Zuhörerinnen und Zuhörer im Gemeindehaus der Elisabeth-Kirche stimmen ihm zu. Fast alle der abgedrifteten Jungs hätten der rechten Szene nach einiger Zeit wieder den Rücken gekehrt, berichtet Manneke weiter. Dem Runden Tisch, den Schulen, Kirche und Zivilgesellschaft damals gegründet hatten, war es gelungen, ihnen Alternativen aufzuzeigen.

Manneke berichtet auch von dem Versuch Riegers, das frühere Landhotel Gerhus in Faßberg zu kaufen und hier ein neues Schulungszentrum aufzubauen, von Nazi-Treffen auf dem Hof Nahtz in der Nähe von Eschede, vom Totschlag an Peter Deutschmann durch zwei Neonazis, von kostenlos verteilten CDs mit Rechtsrock, von einem Brandanschlag auf sein Pfarrhaus, von zerstörten Autoscheiben, toten Ratten am Türgriff, Drohschreiben per Post und Mail. Wachsamer als früher sei er geworden, erzählt er; Angst machen lässt er sich jedoch nicht. „Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit und ihre Szene verfestigt sich“, sagt er. „Wir wollen denjenigen, die sich offen zum Nationalsozialismus bekennen, keinen Raum lassen.“

193 Menschen wurden seit der deutschen Wiedervereinigung in Deutschland von Rechtsextremisten ermordet – erschlagen, verbrannt, aus fahrenden Zügen geworfen. Die Zahl derjenigen, die verletzt, gedemütigt und eingeschüchtert wurden, ist um ein Vielfaches höher. Auch die Kirchen seien in Gefahr, von Rechten unterwandert zu werden, berichtet Manneke; „Angstprediger“ seien insbesondere in evangelikalen Gemeinden anzutreffen. Dazu könne es nur eine Haltung geben, appelliert der Pastor aus Unterlüß an seine Zuhörerinnen und Zuhörer: „Rechtsextremismus und christlicher Glaube sind unvereinbar.“ Und auch das ist für ihn klar: „Rechtspopulismus ist der Steigbügelhalter für Rechtsextremismus.“

                                                                                                                                                                                        Foto: Andrea Hesse

Das offfene Klaiver ist wieder da

Fotos: Andrea Hesse

Frauenwahlrecht und Gleichstellung

Fotos: Caroline von Blanckenburg

Christian Wulff zu Gast bei der Offenen Gesellschaft

Fotos: Andrea Hesse, Renate Siebler, Jürgen Köhler

Danke an alle Langenhagener!

Ein Rückblick auf die Klavier-Saison 2018 auf dem Marktplatz

Fortsetzung des Rückblicks

Nun stand das bunte Klavier spielbereit von morgens 9 bis abends 20 Uhr in seinem offenen Häuschen auf dem Marktplatz und sorgte bei vielen ersteinmal für Irritationen. Was hatte es damit auf sich? Wem gehörte das Klavier? Darf man einfach so darauf spielen? Was kostet das? Die Spekulationen reichten vom Casting über eine Werbekampagne, um Kinder für das Klavierspielen zu begeistern, bis zur kostenlosen Möglichkeit, Menschen über die Musik miteinander in Kontakt zu bringen – Bingo!

„Das Klavier wurde von Anfang an sehr gut angenommen:  Fast immer erklang Klaviermusik, wenn ich über den Marktplatz ging, egal zu welcher Uhrzeit“, erzählt Renate Siebler, Aktive der Offenen Gesellschaft Langenhagen und Ideengeberin für das Klavier. „Viele Schüler*innen nutzten es in kleinen Gruppen in den Freistunden oder nach Schulschluss, aber auch viele andere Menschen, die kein eigenes Klavier besitzen oder einfach diesen besonderen Ort zum Spielen nutzen wollten. Eine Mutter, die vor zwei Jahren aus Syrien geflüchtet war, gab ihrem Sohn jeden Tag Klavierunterricht auf dem Marktplatz, ebenso andere Eltern. Es wurde eine bunte Fangemeinde mit vielen Stammspieler*innen, sogar eine Band traf sich regelmäßig am Klavier. Es war schön zu merken, dass unsere Idee aufging: Musik berührt und verbindet die Menschen – Jung und Alt, Arm und Reich, unabhängig von Sprache, Herkunft und Nationalität. Auch viele Kinder probierten ihr Talent auf dem Klavier aus, einige berichteten mir, sie wollten nun gerne richtig Klavierspielen lernen und Unterricht nehmen. Andere zeigten stolz, was sie schon spielen konnten. Es war schön, so viele verschiedene Menschen kennenzulernen, mit denen ich sonst nicht ins Gespräch gekommen wäre.“

Zusätzlich initiierte die Offene Gesellschaft Langenhagen an jedem ersten Freitag im Monat ein offenes Singen sowie an jedem dritten Freitag ein Konzert mit einem Pianisten oder einem Chor. Auch hierfür fanden sich schnell Stammgäste, die die Konzerte und das gemeinsame Singen unter freiem Himmel genossen. In diesem wunderbaren Sommer wurden sie gerne Teil des „Offenen Langenhagen-Chores“ – und sind es immer noch.

Constantin, der zuverlässige Klavierhäuschen-Abschließer am Abend, berichtete, dass das Klavier auch um 20 Uhr noch viel genutzt wurde und sich oft gemütliche Gruppen um das Klavier gebildet hatten, die ihn manchmal überreden konnten, erst etwas später abzuschließen – wie es gerade so schön war.

Im ausgelegten Meinungs- und Erlebnisbuch zum offenen Klavier hinterließen viele Erwachsene und Kinder positive und dankbare Rückmeldungen und spannende Zeichnungen, manchmal auch einen kleinen Einblick in die aktuelle Gefühlswelt: „Das ist sehr gut, aber nervt, wen meine Cousine spielt.“ oder „Wir waren hier und der Christian hat wunderschön gespielt, wie Mozart. Liebe Grüße, Sophia“ („Da habe ich mich gleich in ihn verliebt“, stand in anderer Schrift darunter …).

Die Öffnungszeiten des Klaviers wurden zwischen Mai und September zweimal den Bedürfnissen angepasst. Das zuverlässige Auf- und Abschließen über vier Monate zu gewährleisten, war für die ehrenamtlich Aktiven, die überwiegend berufstätig sind, nicht immer einfach. Vielleicht finden sich im Sommer 2019 „Klavier-Pat*innen“, die auch mal nach dem Rechten schauen, wenn sie sowieso auf dem Marktplatz sind?

Die Unkenrufe im Vorfeld, dass das Projekt schnell dem Vandalismus zum Opfer fallen werde, haben sich erfreulicherweise nicht bestätigt. „Sicher haben wir ab und zu mal achtlos weggeworfenen Müll am Klavier entsorgt, die Tasten von Eiscreme befreit oder kleine Kinder und ihre Eltern überzeugen müssen, dass ein Klavier ein Musikinstrument und kein Krachmacher ist“, erzählt Renate Siebler. „Aber ansonsten sind die Langenhagener*innen über den langen Sommer hinweg sehr achtsam mit ihrem Klavier und seinem Häuschen umgegangen. Danke dafür!“

Das Klavier, das derzeit Dank der Werbegemeinschaft im Altbau des CCL dort untergebracht ist und seit Oktober zum offenen Singen und zu Konzerten im Obergeschoss unter der Lichtkuppel zum Einsatz kommt, wird voraussichtlich ab Mai wieder auf dem Marktplatz zum Spielen einladen.                                                                                               Foto: Andrea Hesse

 

120 Menschen singen am offenen Klavier

Fotos: Andrea Hesse, Caroline von Blanckenburg

Fakten zum Migrationsabkommen

Fotos: Andrea Hesse, Jürgen Köhler, Caroline von Blanckenburg

Zusammenhalt durch Musik

Fotos: Andrea Hesse (8), Jürgen Köhler (1)

Gemeinsam etwas in die andere Richtung bewegen

Fotos: Andrea Hesse (4), Dirk Lange (1), Oliver Krebs (1)

Wir sind nicht so laut, aber wir sind mehr

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Gal 5.1)

Das ist der Kernsatz des heutigen Predigttextes, der im Galaterbrief (Gal 5,1) steht. Man muss also etwas tun für die Freiheit. Wenn man sie einmal erkämpft oder sie auch einfach nur geschenkt bekommen hat, ist es nicht selbstverständlich, dass sie bleibt. Freiheit ist ein flüchtiges Gut.

Die DDR gibt es inzwischen schon fast seit 30 Jahren nicht mehr. Damals riefen die Menschen „Wir sind das Volk“. Sie wollten raus aus der Enge. Sie wollten sich nicht alles vorschreiben lassen, von einer Regierung, die sie nie wirklich gewählt hatten. Sie wollten reisen können, offen werden für die Welt. Sie wollten Freiheit.

Heute schreien nicht wenige wieder „Wir sind das Volk“. Aber sie meinen etwas anderes als damals. Damals war das ein inklusiver Aufschrei. Wir alle sind doch das Volk. Wir alle sind gleich viel wert. Wir gehören zusammen. Und wir lassen uns nicht von einigen wenigen trennen und einsperren.

Heute meint dieser Aufschrei etwas ganz anderes, etwas Exklusives. Nur wir sind das Volk. Wir, die wir von hier sind. Mit deutschen Wurzeln am besten. Warum nicht gleich arisch? Und alle, die nicht dazugehören, sollen verschwinden. Dahinter steht die Angst vor Fremden. Woraus nicht selten Fremdenhass und Rassismus entsteht. „Ausländer raus!“, rufen die gleichen Leute heute.

In einem Gespräch neulich meinte Herr Basch zu mir, dass er sich fragt, wer dann zum Beispiel Schneider wäre, wenn alle Menschen mit ausländischen Wuzeln nicht mehr hier wären. Er kennt jedenfalls nicht einen Deutschen, der Schneider ist. Und er hat ja schon manche angestellt in seinem Betrieb im Laufe der Jahre. Das gilt natürlich auch für alle anderen Bereiche der Gesellschaft. Gastronomie, Pflege, Ärzte – wir würden hier gar nicht zurechtkommen ohne all die Menschen, die von woanders hier hergekommen sind.

Im Übrigen ist es wohl schon seit jeher so, dass Menschen ausgezogen sind, um das Glück in der Fremde zu suchen. Leider meistens nicht freiwillig, sondern weil sie vor Krieg und Armut fliehen mussten.

Wer heute ruft: Ausländer raus oder Flüchtlinge raus, der ist letztlich ein gewöhnlicher Rassist. Und das hatten wir ja schon mal zur Genüge hier in Deutschland. Das aktuelle Sprachrohr des Rassismus ist derzeit die AfD. Und es ist erschreckend, wenn man die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen sieht. Das macht es so gefährlich, dass das fast schon normal geworden ist.

Ich war neulich bei einem Kabarettisten in Hamburg. Nico Semsrott, vielleicht kennen den einige aus dem Fernsehen. Der meinte sehr schlau dazu: Es sind nicht alle Rassisten in der AfD. Es gibt auch die in der AfD, die es tolerieren und in Ordnung finden, dass Rassisten in ihrer Partei sind. Da muss man einen Moment drüber nachdenken.

Rassismus geht gar nicht, wenn wir am christlichen Menschenbild und an dem, was Jesus gelehrt und gelebt hat, festhalten wollen, wenn wir am Grundgesetz festhalten wollen. Deshalb müssen wir aufpassen und den Mund aufmachen dagegen. Denn letztlich steht die Freiheit auf dem Spiel.

Aber es gibt ja auch positive Signale. Bei uns im Gemeindehaus zum Beispiel die Gruppe „Offene Gesellschaft“ die sich regelmäßig trifft und immer wieder tolle Aktionen gegen Fremdenhass und für ein friedliches Miteinander macht. Das offene Klavier auf dem Marktplatz etwa. Und dann die riesige Demo vor wenigen Wochen in Berlin, von der so wenig berichtet wurde. 240.000 Menschen sind auf die Straße gegangen für ein friedliches und buntes Miteinander in unserer Gesellschaft. Das macht Mut. Denn es kann sein, dass wir, die wir am christlichen Menschenbild festhalten wollen, zwar nicht so laut sind wie die Schreihälse am rechten Rand – aber wir sind mehr.

Pastor Torsten Kröncke

Auszug aus der Predigt in der Elisabeth-Kirche zum Reformationstag 2018

Das Klavier ist ins CCL umgezogen

Foto: Andrea Hesse
Foto: Andrea Hesse

Die Sommersaison des Offenen Klaviers ist beendet: Die Offene Gesellschaft Langenhagen hat das Instrument in sein Winterlager im CCL gebracht. Dank der Unterstützung durch die Werbegemeinschaft im Altbau des City Centers wird es jedoch auch weiterhin Konzerte und das offene Singen geben - wir freuen uns sehr über diese Möglichkeit.

 

Auf unserer Website und in den Langenhagener Lokalzeitungen werden wir Sie über die Konzerttermine informieren.

 

Das offene Singen soll, wie schon in den Sommermonaten, an jedem ersten Freitag im Monat um 17 Uhr stattfinden. Sie finden das Klavier im Obergeschoss des CCL im Bestandsbau unter der Lichtkuppel. 

Assia Livchina am Offenen Klavier im CCL

Fotos: Andrea Hesse

Aufstehen gegen rechte Hetze! Wir sind mehr!

Fotos: Andrea Hesse, Renate Siebler

Eliza-Singers unterstützen die Offene Gesellschaft

Konzert des Langenhagener Singkreises

Überraschungsgäste am Klavier

Offenes Singen: 70-köpfiger Spontan-Chor am Klavier

Ein Wohnzimmerkonzert mitten auf dem Markt

250 Menschen feiern das offene Klavier

Albrecht von Blanckenburg, Musiker und Musiktherapeut aus Barsinghausen, setzte sich als zweiter Gast des Abends an die Tasten und es gelang ihm schnell, die Menschen rund um das Klavier zum Mitsingen zu bewegen. „Zwei kleine Wölfe“ erklang da ebenso wie das Lied von den Moorsoldaten und „Geh aus mein Herz“. Vorbereitete Liedermappen halfen allen, die nicht textsicher waren, und so wurde rund eine Stunde lang in der Abendsonne gemeinsam gesungen. Zukünftig wird es an jedem ersten Freitag im Monat um 17 Uhr ein offenes Singen am Klavier mit einer Pianistin oder einem Pianisten geben. 

Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer äußerte in einem kurzen Grußwort seine Freude über das offene Klavier und die Bereicherung, die es für Langenhagen darstellt. Eine Überraschung verkündete dann Thorsten Schirmer, Verlagsleiter für die Regionalzeitungen aus dem Hause Madsack: HAZ und ECHO springen ein, um die noch offenen Kosten für das Klavierhaus zu decken. 

„Wir wünschen uns, dass viele Menschen das Langenhagener Klavier als ihr Klavier ansehen“, betonte Andrea Hesse im Namen der Initiative Offene Gesellschaft Langenhagen. Deren Ziel ist es, Menschen über die Musik miteinander ins Gespräch zu bringen und sich damit deutlich gegen Hass und Ausgrenzung zu positionieren.

„Wir sind überzeugt davon, dass die große Mehrheit der Menschen in unserer Stadt demokratisch denkt und sich eine offene, freiheitliche Gesellschaft wünscht“, sagen die Initiatorinnen des offenen Klaviers. Das Instrument, das über die Musik Menschen verbindet, ist dafür sicher ein gutes Symbol. Fotos: Dirk Lange

 

Die Entstehungsgeschichte des offenen Klaviers